Flugzeuge verschiedener Airlines sind auf dem Flughafen in Rostock-Laage geparkt. © NDR Foto: Steffen Baxalary

Berliner Unternehmen will Flughafen Rostock-Laage übernehmen

Stand: 12.10.2021 17:24 Uhr

Ein privater Investor hat ein Kaufangebot für den Flughafen Rostock-Laage vorgelegt. Bis zum Jahresende hofft das Berliner Unternehmen Zeitfracht, den bisher kommunal betriebenen Flughafen zu übernehmen.

Der Flughafen Rostock-Laage steht offenbar vor der Privatisierung. Die Unternehmensgruppe Zeitfracht mit Sitz in Berlin will den größten Verkehrsflughafen Mecklenburg-Vorpommerns kaufen. Im Sommer dieses Jahres habe es Gespräche mit den potentiellen neuen Eigentümern gegeben, sagte die Flughafengeschäftsführerin Dörthe Hausmann dem NDR. Inzwischen habe die Zeitfracht-Gruppe ein Kaufangebot vorgelegt. Das Angebot ermögliche dem Flughafen Rostock-Laage eine neue strategische Ausrichtung, so Hausmann.

Unternehmen in Spedition, Transport und Logistik aktiv

Zeitfracht hat nach eigenen Angaben etwa 6.200 Mitarbeiter und ist unter anderem in den Bereichen Spedition, Transport und Logistik aktiv - und dort insbesondere in der Straßen- und Luftfracht. Die noch knapp 170 Arbeitsplätze des Airports in Laage sollen erhalten bleiben, sagte Zeitfracht-Chef Wolfram Simon-Schröter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sein Unternehmen plane außerdem ein Logistikzentrum mit rund 250 neuen Arbeitsplätzen. Rostock würde damit in erster Linie zum Frachtflughafen, soll aber auch das Passagiergeschäft behalten. Simon-Schröter hofft dem RND zufolge auf einen Abschluss noch vor Jahresende. Zum Kaufpreis wurde offenbar Stillschweigen vereinbart.

Privatisierung schon seit 13 Jahren im Gespräch

Bereits seit 2008 war immer wieder eine Privatisierung des defizitären Flughafens Rostock-Laage im Gespräch. Jedes Jahr fehlen Millionen in der Kasse des Airports. Mehrere Billigflieger, die Laage genutzt hatten, sind in den vergangenen Jahren pleite gegangen. Während 2018 noch knapp 300.000 Passagiere abgefertigt wurden, waren es im ersten Corona-Jahr nur noch 22.000. Die ursprünglich als Standort der Bundeswehr eingerichtete Anlage wird seit 1993 von der Flughafen Rostock-Laage GmbH auch als ziviler Regionalflughafen genutzt. Gesellschafter sind die Hansestadt Rostock, der Landkreis Rostock und die Stadt Laage. 2020 mussten die Gesellschafter 1,8 Millionen Euro Verlust ausgleichen. Das Land gab eine weitere Million Euro hinzu.

Gremien müssen Verkauf zustimmen

Einem Verkauf müssten vor allem die Bürgerschaft in Rostock und der Kreistag des Landkreises zustimmen. Grünes Licht müsste auch die Bundeswehr geben, denn ihr gehört die Start- und Landebahn. Von ihr war kurzfristig keine Stellungnahme zu erhalten.

Luftfahrtexperte bleibt skeptisch

Der Göttinger Luftfahrtexperte Tobias Behnen sagte bei NDR MV LIVE, er verstehe, wenn die kommunalen Eigentümer die Chance zum Verkauf ergreifen würden. Allerdings müsse die Zeitfracht-Gruppe ein gutes Konzept haben, um den Flughafen ökonomisch erfolgreich betreiben zu können. Die großen Paket-Zusteller zum Beispiel hätten ihre Entscheidung für die Frachtflughäfen in Leipzig und Köln-Bonn längst getroffen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 12.10.2021 | 05:30 Uhr

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Flugverkehr

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