Stand: 10.10.2018 17:45 Uhr

Beitragserhöhung: Verbesserung in der Pflege?

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Die Reaktionen auf die geplante Erhöhung der Pflegebeiträge fallen in Mecklenburg-Vorpommern mehrheitlich negativ aus

Die im Bundeskabinett beschlossene Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung ab dem kommenden Jahr um 0,5 Prozentpunkte wird in Mecklenburg-Vorpommern negativ aufgenommen. Der Gesetzentwurf verspreche für die Pflegeindustrie satte Gewinne und führe für die Betroffenen zu erheblichen Mehrbelastungen, kritisiert Helmhold Seidlein vom Sozialverband SoVD in Mecklenburg Vorpommern. Gleichzeitig gebe es in der Pflege keine Verbesserungen, so Seidlein.

Sozialverbände sehen keine Verbesserungen

Ähnlich äußern sich auch andere Verbände in Mecklenburg-Vorpommern. Pflegende Angehörige, die sich aufopferten und häufig finanziell schlecht gestellt seien, müssten jetzt noch mehr aufbringen für ein Problem, das ein gesamtgesellschaftliches ist, sagt beispielsweise Rainer Boldt vom Sozialverband VdK in Mecklenburg-Vorpommern.

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AOK Nordost fordert solidarische Pflegeversicherung

Mit der geplanten Erhöhung des Pflegebeitrages reagiere die Bundesregierung zwar auf ein drohendes Defizit in der Pflegeversicherung, bemerkt Frank Ahrend von der AOK Nordost, das reiche aber nicht. Es müsse über die Einführung einer solidarischen Pflegeversicherung gesprochen werden, in die alle einzahlten.

Lob aus dem Sozialministerium

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) lobt hingegen die Beitragserhöhung. Das System brauche mehr Geld, vor allem für höhere Löhne für die Fachkräfte und eine Begrenzung der Pflegekosten für Pflegeheimbewohner.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.10.2018 | 19:00 Uhr

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