Stand: 05.06.2018 16:00 Uhr

Behelfsbrücke für abgesackte A 20 kommt später

Auf der abgesackten A 20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) wurde wochenlang gesägt und geflext, um die auf rund 100 Meter Länge weggebrochene, 35 Zentimeter dicke Fahrbahndecke abtragen zu können. Insgesamt soll die A 20 hier auf rund 800 Metern komplett zurückgebaut und eine Behelfsbrücke errichtet werden. Doch das dauert wohl länger als erwartet.

Bisher noch keine Firma für Baugründung

Für ein 100 Meter langes Teilstück, genau die Stelle wo die Fahrbahn in sich zusammengesackt ist, wird noch eine Firma gesucht, die die Betonpfähle setzen kann. Das hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Rostock mitgeteilt. Der moorige Untergrund bereitet den Planern Sorgen, da die Baugeräte festen Untergrund brauchen. Der Bauboom führe dazu, dass es aktuell schwierig sei eine passende Firma zu finden, so Verkehrsminister Christian Pegel (SPD).

Fertigstellung erst Ende des Jahres

Es laufen Verhandlungen, die aber bis Mitte Juli abgeschlossen werden müssten, um den Fertigstellungstermin Ende September halten zu können. Der vom Land gesteckte Zeitplan sah bisher vor, dass die Behelfsbrücke im Herbst steht. Pegel geht inzwischen von einer deutlich späteren Fertigstellung aus: "Wenn wir das alles in diesem Jahr noch hinkriegen, dann sind wir extrem gut gewesen", sagte Pegel auf einer Informationsveranstaltung am Montagabend im Stralsunder Rathaus.

Behelfsbrücke wird schon vorbereitet

Die Vorbereitungen auf einem weiteren 700 Meter langen Teilstück sind im Zeitplan. In zwei Wochen sollen die ersten Betonpfähle in den Boden gebracht werden. Hier fehlen laut Straßenbauamt momentan noch 260 Tonnen Stahl. Die Elemente der Behelfsbrücke werden momentan in den Niederlanden für den Transport und die Montage vorbereitet. Wenn die Behelfsbrücke fertig ist, soll der Verkehr wieder über die Autobahn rollen - in jeder Richtung einspurig.

Autobahn 20: Wenn eine Straße im Boden versinkt

Land will für Hochsaison Entlastungsstrecken ausweisen

Für Urlauber, die dieses Jahr ihr Sommerferiendomizil auf Rügen oder Usedom ansteuern wollen, will das Land spezielle Entlastungsrouten ausweisen. Ab Oktober sollen dann dynamische Tafeln Autofahrern den schnellsten Weg an der Baustelle vorbei anzeigen.

Erst 2021 wieder befahrbar

Die Gesamtkosten - sowohl für die Behelfsbrücke als auch für die endgültige Wiederherstellung der bundeseigenen Autobahn - schätzt der Verkehrsminister auf rund 150 Millionen Euro. Im Herbst 2017 war das Loch in der Fahrbahn der Autobahn entstanden und hatte sich immer weiter vergrößert - bis auf 100 Meter Länge. Vollständig befahrbar sein soll die A 20 erst frühestens 2021.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version hieß es, dass die Firma aus den Niederlanden, die für die Behelfsbrücke zuständig ist, den vom Land gesteckten Zeitplan nicht einhalten könne. Das war so nicht richtig. Grund für die Verzögerung ist die Baugründung, für die bisher noch keine Firma gefunden ist. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.06.2018 | 17:30 Uhr

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