Stand: 30.09.2020 05:16 Uhr

Bauernverband will Mitsprache im Zukunftsrat

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Detlef Kurreck, Präsident des Bauernverbands M-V © NDR Foto: NDR
"Die Landwirtschaft gehört da rein", meint Bauernverbandspräsident Kurreck zum Zukunftsrat.

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern hat eine Missachtung der Agrarbranche durch die rot-schwarze Landesregierung beklagt. Anlass ist die Besetzung des von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) präsentierten Zukunftsrats Mecklenburg-Vorpommern. Dem Gremium aus 49 Experten und Funktionären, Ehrenamtlichen und Unternehmern gehört kein Vertreter der Landwirtschaft an.

Kurreck: Keine Zukunft ohne Landwirte

Bauernverbandspräsident Detlef Kurreck sagte mit Blick auf die Besetzung, er könne sich eine Zukunft ohne Landwirte nicht vorstellen. Dass keine Vertreter der Agrarbranche dabei sind, sei "ganz klar ein Fehler". Warum kein Branchenvertreter in dem Gremium sitze, könne er sich nicht erklären, sagte Kurreck. "Die Landwirtschaft gehört da rein". Die Landwirte hätten einen Anspruch auf die Zukunftsgestaltung. Bei den Themen Umwelt und Natur, Ernährung, Artenvielfalt und Rohstoffsicherung sei die Landwirtschaft gefragt - das alles gehe nur mit ihr. Kurreck meinte fast resigniert, die Landwirte seien es schon gewohnt, dass man über sie rede, aber nicht mit ihnen.

Verbände sollen zu Treffen eingeladen werden

Ein Regierungssprecher sagte auf Anfrage, man habe im Zukunftsrat bewusst auf Einzelpersönlichkeiten gesetzt und bewusst auf Verbandsvertreter verzichtet. So seien auch Gewerkschaften oder Handelskammern nicht vertreten. Mit Verbänden sei die Landesregierung ohnehin in einem festen Austausch. Allerdings sei geplant, die Verbände zu einem Treffen des Zukunftsrates dazuzuladen.

Zukunftsrat trifft sich erstmals in gut drei Wochen

Der Zukunftsrat soll die Regierung bei wichtigen gesellschaftlichen Fragen beraten. Bis zum Frühjahr 2021 sind nach Schwesigs Angaben neun Sitzungen des Rats geplant. Zum ersten Mal trifft sich das Gremium in gut drei Wochen. Vier Arbeitsgruppen zu den Themen Wirtschaft, Soziales, Ökologie und Digitalisierung sind vorgesehen. Den Vorsitz übernehmen der Direktor und Geschäftsführer des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts, Henning Vöpel, und Franziska Tanneberger vom Institut für Botanik und Landschaftsökologie an der Universität Greifswald. Dem Gremium gehören unter anderem Theresa Crone vom Bündnis "Fridays For Future" oder Felix Eichhorn, Präsident von AIDA Cruises an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 30.09.2020 | 06:00 Uhr

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