Bauern in MV demonstrieren gegen Agrar- und Umweltpolitik

Stand: 11.12.2020 13:33 Uhr

Landesweit haben Bauern gegen die aktuelle Agrar- und Umweltpolitik protestiert. Der Bauernverband und die Initiative "Land schafft Verbindung" haben die Trecker-Konvois organisiert.

Vier Konvois sind seit den Morgenstunden durch die Regionen Rostock, Schwerin, Greifswald und Neubrandenburg gerollt. Unter dem Motto "Bald steht der letzte Trecker still" legten hunderte Bauern den Verkehr in einigen Teilen des Landes lahm. Die Schlepper, Großmaschinen und anderen Fahrzeuge standen gegen 8.30 Uhr in kilometerlangen Konvois für etwa 15 Minuten symbolisch still, sagte ein Sprecher der Intiative "Land schafft Verbindung". Betroffen waren der Ostteil von Rostock, die Bundesstraße 105 zwischen Greifswald und Stralsund, der Verkehr auf den Bundesstraßen 104 und 194 in der Region Stavenhagen sowie der Innenstadtverkehr in Schwerin.

Düngelandesverordung und Insektenschutzgesetz in der Kritik

Die Landwirte protestierten gegen immer schärfere Umweltstandards zu ihren Lasten und - wie sie sagen - "ruinöse Lebensmittelpreise". Die gesetzlichen Vorgaben in der Tierhaltung und im Ackerbau seien existenzgefährdend. Unter anderem geht es ihnen um die neue Düngelandesverordnung. Sie betrifft Gebiete, wo es laut Verordnung zu viel Nitrat im Grundwasser gibt. Die Bauern bemängeln unter anderem, dass keine einheitlichen Messvorgaben existieren. Auch das geplante Insektenschutzgesetz ist den Landwirten ein Dorn im Auge. Den Vorgaben zufolge dürfen viele Pflanzenschutzmittel nicht mehr oder nur eingeschränkt eingesetzt werden. Das Probleme dabei sei, dass es für einige Kulturen wie Raps, Weizen und Salat kaum Alternativen gebe.

Bauernverband warnt vor Höfesterben

Ein weiteres Problem der Bauern ist der Preisdruck der Lebensmittelbranche. Kein Tierhalter im Land könne derzeit kostendeckend produzieren, egal ob beim Fleisch oder bei der Milch. Der Bauernverband warnt vor einem weiteren Höfesterben. Zudem würden viele neue Vorschriften, etwa in der Tierhaltung, bundesweit aber nicht EU-weit gelten. Das verzerre den Wettbewerb und treibe hierzulande die Produktionskosten in die Höhe. Der Bauernverband und die Initiative „Land schafft Verbindung“ fordern die Politik auf, nachzubessern beziehungsweise gegenzusteuern. Eine Petition mit konkreten Forderungen überreichen sie am Vormittag Landtags-Abgeordneten in Schwerin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 11.12.2020 | 06:00 Uhr

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