Badewetter in MV: Warnung vor Selbstüberschätzung

Stand: 18.06.2021 14:00 Uhr

Immer wieder kommt es im Meer sowie in Flüssen und Seen zu Badeunfällen. Die Wasserwacht in Mecklenburg-Vorpommern warnt in Anbetracht des guten Wetters vor den Gefahren beim Baden.

Strahlender Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad in Mecklenburg-Vorpommern locken die Menschen an Seen und Küste. Die Wasserwacht warnt vor Selbstüberschätzung. Axel Vogt von der DRK-Wasserwacht ist der Wachleiter auf dem Rettungsturm in Lubmin (Vorpommern-Greifswald). Er wies gegenüber NDR 1 Radio MV auch auf einige Regeln hin, an die Schwimmer sich halten sollten.

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Eine Frau von der DLRG steht mit einem Feldstecher am Meer. © DLRG

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Die wichtigsten Baderegeln

  • Kenne Dein Badegebiet, kenne dich selbst und niemals überhitzt oder mit vollen Magen ins Wasser gehen.
  • Unbekannte Gewässer bergen immer Gefahren. Deshalb nie übermütig in ein unbekanntes Gewässer springen.
  • Ausschau halten nach Gefahrenquellen wie Brücken, Buhnen und Bootsverkehr. Unbedingt mit den Strömungsverhältnissen vertraut machen.
  • Dazu kommt, dass man sich nicht selbst überschätzen sollte. Wer kein guter Schwimmer ist, der meidet unbekannte und unsichere Gewässer. Wellen und Wasserbewegungen sind unberechenbar und nicht zu unterschätzen.
  • An heißen Tagen: nicht einfach ins kalte Nass springen, dies kann zu Unterkühlung und Krämpfen kann. Also langsam ins Wasser gehen und den Körper ans kalte Wasser gewöhnen. Dazu viel trinken. Sobald man friert, raus aus dem Wasser.

Besonders auf kleine Kinder achten

Grundsätzlich gilt: Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen. Das Seepferdchenabzeichen heißt nicht, dass Kinder die offenen Gewässer beherrschen. Auch wenn Rettungsschwimmer vor Ort sind, bleibt die Aufsichtspflicht bei den Eltern. Diese sollten die Baderegeln klar mit den Kindern absprechen und beim ersten Badeversuch des Tages gemeinsam ins Wasser gehen. Ganz wichtig: Eincremen und über die heißen Mittagsstunden, die Kinder vor der direkten Sonne schützen und in den Schatten holen.

Kinder ertrinken "stumm"

Das Problem bei Kindern ist, wenn diese in Not geraten, ist das nicht immer leicht zu erkennen. Kinder ertrinken „leise“, das heißt, sie rufen selten um Hilfe und auch das panische Schlagen mit den Armen bleibt aus. Das hat mit dem Körperschwerpunkt zu tun. Der Kopf geht für gewöhnlich zuerst unter Wasser und der Unterkörper schwimmt oben auf. Selbst Rettungsschwimmer müssen hier genauer hinschauen.

Wie kann ich den Rettern helfen?

In diesem Zusammenhang wichtig: Ob Kind oder Erwachsener. Wer einen Menschen entdeckt, der Hilfe benötigt, sollte laut um Hilfe rufen. Personen gezielt ansprechen Rettungsschwimmer zu alarmieren oder den Notruf zu wählen. Dabei gilt es den Eigenschutz nicht zu vergessen. Axel Voigt erklärt, "Wer sich nicht traut einen Ertrinkenden zu retten, bleibt an Land beobachtet die hilfesuchende Person genau. Diese am besten nicht aus den Augen zu lassen." Den eintreffenden Rettungsgeräten einweisen und den Ertrinkenden zeigen, gerne beim Tragen von Ausrüstung helfen und ihnen dann aber ungestört die Rettungsarbeit überlassen.

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Ein Rettungsschwimmer am Strand von Bansin auf der Insel Usedom © dpa-Bildfunk Foto: Tilo Wallrodt, dpa

Drei Badetote an einem Tag in MV

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Drei Badetote am Donnerstag

In Mecklenburg-Vorpommern sind am Donnerstag an drei Badestellen Menschen zu Tode gekommen. In Göhren war ein 43-Jähriger beim Schwimmen nahe der Göhrener Seebrücke verunglückt. Der Notarzt konnte den Mann aus Schwerin nicht mehr retten. In Lubmin starb eine 71-jährige Frau ebenfalls beim Baden. Vom Strand aus hatte ihr Mann bemerkt, dass sie leblos im Wasser trieb und zog sie mit der Hilfe von Strandbesuchern heraus. Doch auch in diesem Fall blieben Reanimationsversuche ohne Erfolg. Auch am beliebten Schweriner Strand in Zippendorf hatte sich ein Badeunfall ereignet. Dabei kam ein Mitte 20-Jährige um Leben. Die Feuerwehr entdeckte den leblosen Mann in einer Wassertiefe.

2019 starben 21 Menschen in Mecklenburg-Vorpommerns Gewässern

Es waren nicht die ersten Badetoten in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr: Bereits am 8. Juni war ein 72-Jähriger ertrunken - ebenfalls am Zippendorfer Strand. Am selben Tag war zudem eine 77-Jährige im Ostseebad Boltenhagen ums Leben gekommen. 2020 starben nachDLRG-Angaben in Mecklenburg insgesamt 21 Menschen in Mecklenburg-Vorpommerns Binnengewässern sowie in der Ostsee - sechs weniger als im Jahr 2019.

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