Bei einer jungen Frau wird mit einem digitalen Messgerät Fieber gemessen. © imago images / photothek Foto: Florian Gaertner

Backhaus führt verpflichtende Fiebertests in Ministerium ein

Stand: 01.10.2020 05:11 Uhr

Das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommerns geht bei der Corona-Prävention neue Wege: Alle Mitarbeiter müssen sich Fiebertests unterziehen - verpflichtend.

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat das Agrar- und Umweltministerium in Schwerin mit verpflichtenden Fiebertests seiner Mitarbeiter begonnen. Minister Till Backhaus (SPD) macht sein Haus einschließlich der Zweigstelle im Stadtteil Großer Dreesch damit zur ersten Landesbehörde, die diesen Weg geht. Die rund 280 Beschäftigten müssen, bevor sie ins Büro gehen, im Eingangsbereich Fieber messen lassen. Das erfolgt durch sogenanntes Temperatur-Screening.

Rotes Licht ab 38,5 Grad Körpertemperatur

Die digitalen Geräte funktionieren kontaktlos, nach fünf Sekunden liegt ein Ergebnis vor. Misst das Gerät dann eine Temperatur von über 38,5 Grad, leuchtet es rot. Betroffene Beschäftigte dürfen dann nicht mehr an ihren Arbeitsplatz. Sie müssen den Befund durch einen Arzt abklären lassen und das weitere Vorgehen - möglicherweise Arbeit im Homeoffice - mit ihren Vorgesetzten abklären.

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Pilotprojekt wird acht Wochen lang getestet

Auch Besucher beispielsweise der Kantine müssen diesen Test machen lassen. Anders als bei den Beschäftigten kann der Pförtner das Ergebnis ablesen. Wenn dabei ein rotes Signal (überhöhte Temperatur) aufleuchtet, dann bekommt der Betroffene keinen Zugang. Das gilt auch für alle Besucher, die sich weigern, den Test machen zu lassen. Das Ministerium teilte mit, Ergebnisse würden nicht gespeichert. Die Mitarbeitervertretungen hätten den Messungen zugestimmt, der Datenschutzbeauftragte sei informiert worden. Das Pilotvorhaben in der Landesverwaltung soll acht Wochen laufen und dann ausgewertet werden. Die Anschaffung der Messgeräte habe 12.000 Euro gekostet, hieß es.

Ministerium will Risiko minimieren

Eine erhöhte Temperatur gilt als ein möglicher Hinweis auf eine Corona-Infektion. Das Verfahren sei "eine Möglichkeit, das bisherige Corona-Gesundheitsmanagement - gerade auch im Hinblick auf eine gesundheitliche Risikominimierung der Beschäftigten - zu ergänzen", teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Nach den Herbstferien sollen Fiebermessungen auch an bestimmten Kitas und Schulen erfolgen. Anders als im Ministerium ist die Teilnahme dort freiwillig, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erklärte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 01.10.2020 | 06:00 Uhr

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