Stand: 09.09.2020 16:51 Uhr

Backhaus fordert von Bauern mehr Arten- und Klimaschutz

Eine Biogasanlage hinter einem Rapsfeld. © picture alliance/ dpa-Report Foto: Egbert Kamprath
Vor allem konventionell wirtschaftende Betriebe müssen ihre Produktion auf Dauer nachhaltiger gestalten, so Agrarminister Till Backhaus (SPD).

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) fordert vor dem für Freitag geplanten Landesbauerntag von den Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern mehr Initiative beim Arten-, Klima- und Wasserschutz. Vor allem konventionell arbeitende Betriebe im Nordosten müssten für eine nachhaltige Produktion mehr leisten, sagte Backhaus am Mittwoch in Schwerin.

Produktionsweise nachhaltiger gestalten

Vor allem junge Landwirte hätten die Zeichen der Zeit erkannt und die Produktionsweise bereits angepasst. Dies allein reiche jedoch nicht aus, um das Artensterben zu stoppen, dem Klimawandel zu begegnen und das Grundwasser vor zu hohen Nitrateinträgen durch Düngemittel zu schützen.

Fördermittel für nachhaltiges Wirtschaften

In Kürze soll es Backhaus zufolge wieder möglich sein, Förderanträge für Agrar-Umwelt-Maßnahmen zu stellen. Diese seien bis zur noch ausstehenden Verabschiedung des EU-Haushaltes ausgesetzt worden. Demnach könnten für 2021 bald Anträge gestellt werden. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums stehen unter anderem für das Anlegen von Blühstreifen für Bienen, die extensive Graslandnutzung oder die Umstellung auf ökologische Produktion Fördermittel in Höhe von rund 60 Millionen Euro pro Jahr bereit.

Positive Bilanz der Entwicklung ländlicher Räume

Backhaus zog am Mitwoch außerdem eine positive Bilanz bei der Entwicklung ländlicher Räume. Dazu gehören neben der Weiterentwicklung von Naturräumen und der Verbesserung der Agrarstruktur auch Einrichtungen der Grundversorgung, ländlicher Wegebau, Dorferneuerung und Tourismus. In diesem Bereich sind in den vergangenen 30 Jahren rund 25 Milliarden Euro aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln geflossen.

Hunderte kleine und größere Projekte realisiert

Das Ziel war immer, die Dörfer aufzuwerten, diese ländlichen Regionen lebenswert zu machen und sie zu stärken. Dahinter stehen Hunderte kleine oder größere Projekte. Dabei unter wurden unter anderem Bootsanleger erneuert, Straßen saniert, Kopfsteinplaster in Asphalt verwandelt sowie in Straßenbeleuchtung investiert, Holzspielplätze angelegt, Kirchen, Gutshäuser restauriert oder Dorfgemeinschaftshäuser neu gebaut.

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Ein trockenes Feld. © NDR Foto: Screenshot

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.09.2020 | 15:00 Uhr

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