Stand: 18.03.2019 16:00 Uhr

Backhaus: Artenrückgang in MV nicht gestoppt

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Arten wie der Blauschillernde Feuerfalter kommen in MV fast nur noch in Schutzzonen vor. (Archivbild)

Außerhalb der Großschutzgebiete ist es um die Artenvielfalt in Mecklenburg-Vorpommern nicht gut bestellt. Das teilte Umweltminister Till Backhaus am Montag bei der Vorstellung zweier Untersuchungen zur Artenvielfalt im Nordosten mit. Damit falle die Halbzeitbilanz des Biodiversitätskonzeptes von 2012 "nicht so aus, wie wir uns das wünschen würden", so der Minister.

Einige Arten fast nur noch in Schutzgebieten anzutreffen

Demnach sind von den betrachteten Arten 44 Prozent der Tier- und 34 Prozent der Pflanzenarten gefährdet oder bereits ausgestorben. Arten wie Fuchs'sches Knabenkraut, Goldener Scheckenfalter oder Blauschillernder Feuerfalter kommen laut Backhaus nahezu ausschließlich noch in Schutzgebieten vor. Sie könnten aber zur Wiederansiedlung außerhalb dieser Areale dienen. Nach Angaben des Umweltverbands BUND gibt es bei früher vergleichsweise häufigen Arten wie etwa die Feldlerche, Star, Kiebitz und Ackerwildkräutern wie etwa Ackerrittersporn Rückgänge seit 1990 um bis zu 80 Prozent. Einige Arten wie der Seggenrohrsänger seien bereits ausgestorben. Sogar die früher häufige Acker-Hundskamille ist inzwischen selten geworden.

Erfolge bei Feuerfalter und Kegelrobbe

Die Situation in den Großschutzgebieten, die zusammen fast 20 Prozent der Landesfläche ausmachen, sei deutlich besser. Eine Untersuchung zeige, dass dort alle Arten, die es vor 100 Jahren gab, noch vorhanden seien, sagte Backhaus. In einigen Fällen gebe es sogar eine Zunahme der Population - so etwa beim Großen Feuerfalter, der Kegelrobbe, dem Ostseeschnäpel und dem Steinbeißer. Zu den Großschutzgebieten gehören die Nationalparks, die Biosphärenreservate und die Naturparke.

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Backhaus: MV ist "ökologisches Rückgrat der Bundesrepublik

Weitere Erfolge gebe es bei Adler, Stör und Kranich. Im Land lebten heutzutage 350 Seeadler-Brutpaare, fast 90 Schreiadler-Brutpaare und 193 Fischadler-Brutpaare. Mecklenburg-Vorpommern sei das "ökologische Rückgrat der Bundesrepublik", sagte Backhaus, und forderte mehr Geld für die aufwendige Arbeit in den Schutzgebieten - eine Art grünen Länderfinanzausgleich. Von den 16 Nationalparks in Deutschland lägen drei in Mecklenburg-Vorpommern, von den bundesweit 16 Biosphärenreservaten seien ebenfalls drei in MV.

Maßnahmen angekündigt

Backhaus appellierte an die Flächennutzer, alles dafür zu tun, die Natur wieder gesunden zu lassen. Backhaus sprach von längeren Sperrfristen für die Ausbringung von Dünger und Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft. Moore sollen auf freiwilliger Basis wiedervernässt werden. Im Landeswassergesetz sollen Gewässerschutzstreifen auf fünf Meter erweitert werden. Der BUND fordert dagegen zehn Meter und mehr Personal in der Naturschutzverwaltung. Backhaus wünscht sich zwar auch zusätzlich Pädagogen in den Großschutzgebieten für die Umweltbildung, es mangle aber an Mitteln. Mit den jungen Leuten, die freitags für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen, könnte er sich vorstellen, konkrete Umweltprojekte zu entwickeln.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.03.2019 | 16:10 Uhr

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