Am verschneiten Ufer der Peene stehen zwei uniformierte Polizisten an einem Auto, das gerade aus dem Fluss geborgen wurde. © Christopher Niemann Foto: Christopher Niemann

Auto stürzt in Peene - Fahrer und Kind tot

Stand: 14.01.2021 11:05 Uhr

Zwei Todesopfer bei Unglück auf glatter Straße in Anklam: Ein Auto war bei Schneefall von der Fahrbahn abgekommen, durchbrach einen Holzpoller und stürzte in die Peene.

In Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist ein Auto in die Peene gestürzt. Ein Mann und ein Kind konnten nur noch tot geborgen werden. Nach ersten Erkenntnissen war der Wagen am Mittwochabend in einer Kurve bei Schneefall von der glatten Fahrbahn abgekommen und in den Fluss gestürzt, so die Polizei.

Auto versinkt in fünf Meter tiefem Wasser

Im Fahrzeug befanden sich der 43-jährige Fahrer und ein neun Jahre alter Junge. Beim Eintreffen der Feuerwehr war das Auto schon komplett unter Wasser, sagte Einsatzleiter Remo Reinke: "Demzufolge haben wir die Berufstaucher aus Stralsund angefordert, die uns dann bei der Bergung unterstützt haben." Ein Kran hob den versunkenen Wagen aus fünf Meter Tiefe.

Wagen durchbrach Holzpfosten

Nach ersten Ermittlungen handelt es sich wohl um eine Verkettung von unglücklichen Umständen und "unangepasster Geschwindigkeit", wie es von der Polizei hieß. Der Unfall ereignete sich bei starkem und nassem Schneefall in einer Tempo-30-Zone, sagte Ordnungsamtsleiter Bernd Lange: "Eigentlich kann man da nicht verunglücken." Die Kopfsteinpflasterstraße endet an der Flusspromenade und Fahrzeuge könnten nur langsam im rechten Winkel nach links oder rechts weiterfahren. Dort sei der 43-Jährige mit dem Wagen aber geradeaus gerollt. Damit Fußgänger zum Fluss kommen, seien dort Unterbrechungen zwischen aufgestellten Mauerstücken, in denen Holzpoller stehen. Solch einen Poller habe der Wagen umgefahren und sei in die Peene gestürzt. Eine Zeugin hatte laut Polizei beobachtet, dass das Auto zu schnell unterwegs war. Laut Polizei war der Fahrer der Lebensgefährte der Mutter des Jungen auf dem Beifahrersitz.

Weitere Glätteunfälle gehen glimpflich aus

Die Feuerwehr Anklam war mit 25 Männern und Frauen im Einsatz, außerdem halfen Kräfte der Wasserschutzpolizei. Angehörige und Rettungskräfte werden psychologisch betreut, hieß es. Auf glatten Straßen gab es am Abend und in der Nacht weitere Unfälle, die aber glimpflich ausgingen. So in Ziethen bei Anklam sowie zwischen Stavenhagen und Demmin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.01.2021 | 05:30 Uhr

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