Stand: 21.04.2020 09:11 Uhr

Ausnahmezustand in den Reitställen

Eine Frau und ein Pferd auf einer Koppel © NDR Foto: Uwe Meyer aus Lübtheen
Ob Spitzen- oder Breitensport: Reiter und Pferdebesitzer leiden unter den Einschränkungen, die das Coronavirus mit sich bringt.

Ob Spitzensport, Breitensport oder Zucht, Gruppentraining, Turniere, gemeinsame Ausritte - auch in den Reitställen und im Pferdesport in Mecklenburg-Vorpommern läuft seit Corona nichts mehr normal. Während man einen Fußball für eine Weile in die Ecke legen kann, geht das mit Pferden nicht.

Training für den unbekannten Tag X

Die Auswirkungen auf die Arbeit sind vielfältig: Beim täglichen Füttern und Ausmisten zum Beispiel können immer nur zwei Leute gleichzeitig in den Ställen sein. Grade bei großen Betrieben ist es für die Mitarbeiter eine Herausforderung, die Arbeit so zu schaffen. Wenn dazu noch Reiter kommen, die sich um ihre Tiere kümmern wollen, dann funktioniert das nur mit ganz strikt durchorganisierten Tagesplänen. Claudia Krempien vom Pferdesportverband Mecklenburg-Vorpommern erklärt, dass die Tiere nicht einfach für mehrere Wochen auf die Weide können: "Wir haben Pferde, die leben das ganze Jahr nur auf Weide, die mögen damit klarkommen. Aber wir haben einen Großteil auch an Sportpferden, die sind trainiert, da sind Pferde bei, die haben sich für Tokio qualifiziert, haben große Pläne in diesem Jahr: Landesmeisterschaften, Bundeschampionate, Preis der Besten." Die Tiere sind - ebenso wie Spitzensportler - auf den Punkt trainiert. Dieser Zeitpunkt ist nun verschoben oder abgesagt, entsprechend müssen diese Tiere weiter trainiert werden: umtrainiert, abgebaut oder neu aufgebaut werden.

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Jemand macht eine Strichliste neben der Abbildung von Viren. © picture alliance, panthermedia Foto: Image Broker

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Reitställe im Breitensport sind hart betroffen

Auch Reitställe, die vom Reit-Tourismus leben, sind ganz besonders hart betroffen. Sie haben nach wie vor alle Kosten - aber ohne Urlauber keinerlei Einnahmen. Überall fehlt das Geld, das sonst über den Reitunterricht in die Kasse gekommen ist. Schließlich haben derzeit viele Besitzer von Privatpferden, die in den Ställen untergebracht sind, finanzielle Schwierigkeiten und können das Geld dafür nicht mehr aufbringen. Und wenn Familien knapp bei Kasse sind, dann sind die Reitstunden für die Kinder meist das erste, was gestrichen wird.

Homestories aus dem Pferdestall

Pferdeherde galoppiert über eine Koppel © NDR Foto: Heinricht Baumann aus Wattmannshagen
"Lebensfreude pur", denkt Heinricht Baumann aus Wattmannshagen, als er das Bild macht. In Ganschow galoppieren die Pferde durch das Gelände und toben sich ordentlich aus.

Auch in der Pferdezucht ist die Lage vertrackt. Zum einen geht in finanziell schwierigen Zeiten auch der Verkauf von Pferden deutlich zurück. Anne-Katrin Kurp, die mit ihrem Mann Ansgar das Gestüt Nordvorpommern betreibt, macht schon jetzt die Erfahrung, dass die Preise deutlich gefallen sind. Ihr fehlen die Turniere, bei denen die Rösser zeigen können, was sie drauf haben. Zum Anderen fehlen ihr auch die Gelegenheiten zum Verkauf. Der amerikanische Markt, der für die Züchter hierzulande immer sehr wichtig war, ist gerade komplett zusammengebrochen. Und Auktionen gibt es derzeit höchstens online - was nur mäßig gut funktioniert. Immerhin - die Krise bringt auch Neuerungen hervor: Um die Käufer schon mal auf Auktionen vorzubereiten, gehen Händler dazu über, ihre Tiere per Video vorzustellen - mit Homestories aus dem Pferdestall.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 21.04.2020 | 16:00 Uhr

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