Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. © picture alliance/dpa Foto: David-Wolfgang Ebener

Aus Eifersucht den Nebenbuhler niedergestochen

Stand: 25.11.2021 15:24 Uhr

In einem Prozess am Landgericht Neubrandenburg wegen versuchten Totschlags hat der Angeklagte die Messerattacke auf einen Nebenbuhler gestanden.

Ein 46 Jahre alter Mann aus Strasburg (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat in einem Prozess am Landgericht Neubrandenburg gestanden, einen Nebenbuhler mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt zu haben. Das Opfer hatte bei der langjährigen Freundin des Angeklagten übernachtet. Am Abend vorher hatte sie dem Angeklagten gesagt, sie sei mit einer ihrer Freundinnen zu einem "Mädelsabend" verabredet, und ihn so aus der gemeinsamen Wohnung in Strasburg "ausgeladen".

Ahnungslos im Wohnzimmer geschlafen

Der Vorfall ereignete sich im April 2020. Der 46-Jährige und die Frau waren seit acht Jahren zusammen. Probleme habe es in ihrer Beziehung eigentlich nicht gegeben, sagte der Angeklagte in seiner Aussage zu Beginn des Prozesses. Als seine Freundin vom geplanten "Mädelsabend" berichtete, sei er halt zu Freunden gefahren. Weil es dort zu kalt war, so der Angeklagte, habe er seiner Freundin aber per Handy geschrieben, dass er zurückkomme und zuhause schlafen wolle. Da sie ausgemacht hatten, dass die angekündigte Freundin im Schlafzimmer übernachten würde, schlief der Angeklagte im Wohnzimmer, ohne etwas zu ahnen. Am nächsten Morgen verließ er - weiterhin ahnungslos - allein die Wohnung. Nur weil er einen Schlüssel vergessen hatte, kam er zurück. Er fand seine Freundin beim Frühstück mit einem Mann aus Prenzlau (Brandenburg), den sie angeblich im Internet kennengelernt hatte.

Mit dem Auto geflohen

Es kam zu einer Schlägerei und der Messerattacke. Der Geschädigte floh mit vier Stichen in Bauch und Rücken. Ein Nachbar holte Hilfe - eine Notoperation rettete dem Opfer das Leben, hieß es. "Ich wollte, dass der Mann meine Wohnung verlässt", sagte der Angeklagte. Als der Nebenbuhler floh, habe er nicht gewusst, dass der Nebenbuhler schwer verletzt war. Der Tatverdächtige floh ebenfalls aus der Wohnung und fuhr mit seinem Auto davon. Er stellte sich später in Pasewalk der Polizei. Der Prozess wird im Dezember fortgesetzt, ein Urteil wird Anfang Januar erwartet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.11.2021 | 16:30 Uhr

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