Stand: 13.02.2020 06:23 Uhr

Aufatmen bei Lürssen: Bund stärkt Marineschiffbau

Außenansicht der Peene-Werft aus Wolgast.
Nun müssen Marineaufträge nicht mehr europaweit, sondern nur noch national ausgeschrieben werden. (Archivbild)

Die Lürssen-Gruppe hat die Entscheidung der Bundesregierung begrüßt, den Marineschiffbau als nationale Schlüsseltechnologie einzustufen. Davon könnte auch die zur Lürssen-Gruppe gehörende Peenewerft in Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) profitieren. Die Werften-Gruppe wertet die beschlossene Einstufung des Marineschiffbaus als Schlüsseltechnologie als klares politisches Bekenntnis des Bundeskabinetts zur maritimen Werft- und Zulieferindustrie. "Als mittelständisches Familienunternehmen mit Werftstandorten in allen norddeutschen Küstenländern freuen wir uns über diese Entscheidung und sehen sie als Stärkung der internationalen Wettbewerbsposition des deutschen Marineschiffbaus", heißt es von der Lürssen-Gruppe.

Marineaufträge können direkt vergeben werden

Politiker von SPD und CDU in Mecklenburg-Vorpommern forderten seit Langem von der Bundesregierung, den Marineschiffbau wie im Koalitionsvertrag vereinbart als Schlüsseltechnologie einzustufen. Dann müssten Marineaufträge nicht mehr europaweit, sondern nur noch national ausgeschrieben werden. Sie können direkt an heimische Werften vergeben werden. "Dafür haben sich die norddeutschen Länder seit vielen Jahren gemeinsam eingesetzt", sagte der Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommerns, Heiko Geue (SPD). "Schiffe für die Deutsche Marine sollten auch in Deutschland gebaut werden." Die norddeutschen Regierungschefs - darunter auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) - hatten dies zuletzt in einem Brief an die Bundesregierung gefordert. Auf diese Weise sollen die Werftstandorte mit ihren norddeutschlandweit rund 6.000 Arbeitsplätzen gesichert werden können.

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Zuspruch von Gewerkschaftern und Marine

Die Gewerkschaft IG Metall und auch die Unternehmensverbände begrüßten die Entscheidung aus Berlin. Sie sei längst überfällig, um Wertschöpfung, Know-how und Arbeitsplätze in Norddeutschland zu sichern und Investitionen in Forschung und Entwicklung zu ermöglichen, so der Präsident des Unternehmerverbands Nord, Uli Wachholtz. Der Inspekteur der Deutschen Marine, Andreas Krause, hob die Bedeutung des Beschlusses für die nationale maritime Industrie hervor: "Sie muss sich ihrer Verantwortung für die Einsatzbereitschaft der Deutschen Marine bewusst werden." Die Peene-Werft Wolgast hatte nach dem Exportstopp für Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien Ende 2018 große Probleme. Patrouillenboote für Saudi-Arabien konnten nicht ausgeliefert oder gar nicht erst gebaut werden. Aufträge für Marine- und Behördenschiffe beziehungsweise Reparaturaufträge der deutschen Marine hätten ein Ausgleich sein können.

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NDR 1 Radio MV | 13.02.2020 | 06:00 Uhr

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