Stand: 19.03.2019 10:56 Uhr

Aufarbeitung nach schweren Mobbing-Fällen in Crivitz

Die an der Regionalschule Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) bekannt gewordenen sexualisierten Mobbing-Fälle sollen umfassend aufgearbeitet werden. Das teilten Schulleitung, Elternrat und Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) am Montag nach einer nicht öffentlichen Gesprächsrunde mit.

Auf einem Zettel an einem Fenster steht geschrieben: Keine Presse!.

Crivitz: Aufarbeitung nach Mobbing-Fällen

Nordmagazin -

Eltern, Schüler und Lehrer haben mit Bildungsministerin Hesse über die Mobbing-Vorfälle an der Regionalschule Crivitz gesprochen. Sie streben eine umfangreiche Aufarbeitung an.

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Anti-Mobbing-Workshop und Pausenkontrollen

Nach der Elternversammlung fasste Hesse zusammen, wie das Land Mecklenburg-Vorpommern zukünftig bei der Aufarbeitung helfen wolle. Unter anderem wolle man mit einem mehrtägigen Anti-Mobbing-Workshop entgegenwirken und die Pausenaufsicht der Schule überprüfen. Schulpsychologen seien an der Regionalschule bereits aktiv. Der Schweriner Landtag hatte zudem nach Bekanntwerden der Fälle ein landesweit gültiges Anti-Mobbing-Konzept angekündigt.

Erniedrigendes Ritual

Hintergrund sind schwerwiegende Formen jahrelangen Mobbings, die in der vergangenen Woche bekannt geworden waren. Demnach hätten jeweils Schüler der sechsten Klasse Fünftklässler über einen Zeitraum von vier Jahren mit einem Ritual namens "Stängeln" erniedrigt. Mehrere ältere Jungen sollen dabei einen Fünftklässler hochgehoben und den Schritt des Kindes an einem Baumstamm gerieben haben. In den Folgejahren waren den Informationen zufolge ehemalige Opfer selbst zu Tätern geworden. Ermittlungen seien nach Anzeige der Schule von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden, da die betreffenden Schüler noch nicht strafmündig waren.

Eltern kritisieren die Schulleitung

Einige Eltern warfen der Schulleitung in der Versammlung am Montag vor, dass niemand eingeschritten sei. An der moderierten Gesprächsrunde, an der etwa 180 Personen teilnahmen, waren Pressevertreter ausdrücklich nicht erwünscht, um es allen Beteiligten zu ermöglichen offen zu reden, hieß es von den Organisatoren. Einige Berichte hätten ein falsches Bild erzeugt, äußerten sich die Vorsitzenden des Schulelternrats Christiane Gotte und die Crivitzer Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm. Das Treffen habe viel dazu beigetragen, dass Schulleitung, Eltern und Schüler nun gemeinsam nach Lösungen suchen, hieß es abschließend.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.03.2019 | 12:00 Uhr

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