Stand: 16.05.2019 12:30 Uhr

Arzneimittelspuren in Gewässern von MV gefunden

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Schmerz- und entzündungshemmende Mittel, Betablocker gegen hohen Blutdruck und Mittel gegen Epilepsie sowie Röntgenkontrastmittel wurden nachgewiesen. (Symbolbild)

Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) hat an mehr als 220 Messstellen Arzneimittelrückstände in den Gewässern Mecklenburg-Vorpommerns gefunden. In den Wasserproben wurden fast 40 verschiedene Substanzen gefunden - darunter Schmerzmittel, Betablocker oder Anti-Epileptika. Eine Ursache ist die Entsorgung von schon abgelaufenen Medikamenten über die Toilette. Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat zu einem sparsameren Umgang mit Medikamenten aufgerufen

Auswirkungen auf Wasserorganismen und das Grundwasser

Das Diclofenac, ein Schmerz- und entzündungshemmendes Mittel, Betablocker gegen hohen Blutdruck und Mittel gegen Epilepsie sowie nachgewiesene Röntgenkontrastmittel haben Folgen für Wasserbewohner: Fische können durch Hormone verweiblichen oder ihr natürliches Verhalten kann durch Beruhigungsmittel beeinflusst werden. Außerdem werden Algen durch Antibiotika in ihrem Wachstum eingeschränkt. All das muss man beobachten, sagt Umweltminister Backhaus. An fünf von 270 Stellen ist auch das Grundwasser von der Verunreinigung durch Arzneimittelrückstände betroffen. Dennoch bestehe für das Trinkwasser keine Gesundheitsgefahr, so Backhaus.

Mehrere Ursachen für Arzneimittelbelastung des Wassers

Neben der unfachgerechten Entsorgung über die Toilette gelten auch Ausscheidungen der Menschen, die auf die Medikamente angewiesen sind, als Hauptursache für die Wasserbelastung. Die Rückstände aus Privathaushalten, Pflegeheimen, Krankenhäusern und auch aus der Tiermedizin können in den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden. Spezielle Anlagen mit der sogenannten vierten Reinigungsstufe, die dazu in den Lage wären, gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nicht. Sie sind bisher auch nicht geplant und aus Sicht des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie auch nicht nötig.

Medikamente fachgerecht entsorgen

Stattdessen sollte auf eine fachgerechte Entsorgung von Medikamenten geachtet werden - in vielen Kommunen geht das über den Hausmüll, denn dieser wird verbrannt. Darüber hinaus gibt es auch spezielle Schadstoffsammelstellen. Außerdem sollten Patienten durch die Ärzte besser beraten werden, wenn es um verschreibungspflichtige Medikamente geht. An den großen Kliniken sollte man darüber nachdenken, Abwasser direkt am Krankenhaus zu filtern und nicht erst im Klärwerk.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.05.2019 | 12:00 Uhr

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