Stand: 23.11.2019 13:25 Uhr

Rostocker Forscher auf dem Weg ins ewige Eis

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Volker Mohrholz arbeitet am Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde.

Der Rostocker Physiker Volker Mohrholz hat sich auf den Weg in Richtung Nordpol gemacht. Er nimmt an Bord des Forschungsschiffes "Polarstern" an der MOSAiC-Expedition teil. Es ist die größte Arktis-Forschungsexpedition aller Zeiten. 600 Forscher aus 17 Nationen sammeln ein Jahr lang rund um die eingefrorene "Polarstern" Daten zum Klimawandel. Mohrholz arbeitet als physikalischer Ozeanograf am Leibniz- Institut für Ostseeforschung in Warnemünde. Er wird Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoffgehalt und Strömungen messen. "Im Speziellen geht es darum, Turbulenzmessungen unter dem Eis vorzunehmen", erläutert Mohrholz. Die seien wichtig, um zu verstehen, wie sich das Meereis bildet und wie es in der wärmeren Jahreszeit wieder abtaut und verschwindet.

"Polarstern" driftet durchs Eis

Die "Polarstern" hat sich im Oktober im Arktiseis einfrieren lassen und driftet durch das Polarmeer. Im Winter ist das Eis auch für das 20.000 PS starke Forschungsfahrzeug zu dick, um hindurchzufahren. Normalerweise werden in der Region selten Messungen getätigt. Sie liegt auch nicht entlang einer regelmäßigen Schifffahrtsroute.

Schießtraining wegen der Eisbären

Vor seiner Abreise musste Mohrholz ein Schießtraining absolvieren. "Natürlich ist es so, dass wir, falls wir von Eisbären besucht werden, unsere Arbeiten abbrechen und uns so schnell wie möglich in Sicherheit bringen", so Mohrholz. "Aber es kann auch sein, dass in der Dunkelheit unerwartet Eisbären kommen. Um jedweder Gefahr begegnen zu können, haben wir ein Schießtraining absolviert." Auf die ständige Dunkelheit hat sich Mohrholz kaum vorbeitet. Er bringt genügend Erfahrung von anderen Expeditionen mit. Und das Treffen mit den vielen internationalen Kollegen werde bestimmt keine Langeweile aufkommen lassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.11.2019 | 13:00 Uhr

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