Stand: 16.01.2020 18:37 Uhr

Ost-Agrarminister fordern mehr Geld für ländliche Räume

Ein Trecker auf einem Landwirtschaftlich genutzten Feld durchpflügt einen Acker. © NDR Foto: Julius Matuschik
Anlässlich der Grünen Woche in Berlin haben sich die Agrarminister der ostdeutschen Länder für eine gemeinsame europäische Agrarpolitik ausgesprochen.

Die Agrarminister und Bauernpräsidenten der ostdeutschen Länder warnen davor, das Agrar-Budget der Europäischen Union zu kürzen. Das haben sie nach einem Treffen in Berlin verkündet. Im Mittelpunkt stehe die gemeinsame europäische Agrarpolitik nach 2020, so die ostdeutschen Landwirtschaftsminister in ihrer Erklärung. Damit diese den aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht werde, brauche es rechtliche, finanzielle und planerische Sicherheit. Die fehle bislang. "Dazu zählen für mich ganz klar Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz, den Ressourcenschutz, den Tierschutz und das Tierwohl sowie in die Entwicklung der ländlichen Räume", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD).

"Der Bund müsse ausgleichen, falls das Geld nicht reicht"

Die Ressortchefs forderten die Europäische Union auf, den eigenen Haushaltsplan schnellstmöglich festzulegen. Sollte das von der EU für die Landwirtschaft bereit gestellte Budget nicht ausreichen, müsse der Bund ausgleichen. Unmittelbar vor der am Freitag beginnenden Ernährungsgütermesse Grüne Woche hatten sich die Minister mit den Präsidenten der ostdeutschen Landesbauernverbände getroffen. Bei dem Gespräch in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns ging es laut Backhaus neben der künftigen EU-Förderpolitik auch um Auswirkungen des Agrarpakets der Bundesregierung. Landwirte kritisieren die vom Bund zum Schutz von Klima, Wasser und Nutztieren angestrebte Verschärfung von Umwelt- und Tierschutzauflagen seit Monaten.

"Kein Konflikt zwischen großen und kleinen Betrieben"

Backhaus sprach sich gegen Obergrenzen in der Förderung nach Betriebsgrößen aus. "Wir wollen keinen Konflikt zwischen kleinen und großen Betrieben konstruieren. Uns ist jeder Hektar gleich viel wert. Entscheidend ist die Leistung, die der Landwirtschaftsbetrieb für die Umwelt und die Gesellschaft erbringt", erklärte der SPD-Politiker. Aufgrund ähnlicher Agrarstrukturen verfolgten die Ostländer dabei gemeinsame Interessen.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.01.2020 | 19:00 Uhr

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