Stand: 09.08.2018 18:51 Uhr

Archäologisches Landesmuseum: Dänemark als Vorbild?

von Andrea Gottke, NDR 1 Radio MV
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Finanzminister Brodkorb (Mitte) und Bildungsministerin Hesse (5. v. r.) auf Exkursion. Zusammen mit Mitarbeitern informierten sie sich in Dänemark über archäologische Ausstellungen.

Das Archäologische Landesmuseum Mecklenburg Vorpommern soll ein moderner Anziehungspunkt für Besucher aller Altersgruppen werden. Als Vorbild dient das Moesgaard Museum im dänischen Aarhus, das Politiker und Fachleute aus Mecklenburg-Vorpommern besucht haben. Die Reise zeigte aber auch, dass bis zur Eröffnung 2025 noch viele Fragen zu klären sind.

Wissenschaft für Besucher aller Art

Ganz oben steht die Frage nach der Bedeutung des künftigen Museums in Rostock. Wolle man damit international auf sich aufmerksam machen, so Finanzminister Matthias Brodkorb (SPD) gegenüber NDR 1 Radio MV? Oder doch eher "mecklenburg-vorpommersch" bescheiden sein? Diese Entscheidung werde natürlich Auswirkungen auf die Kosten haben. Bordkorb zeigte sich in Moesgaard beeindruckt von der Qualität der Ausstellung. Die Betreiber hätten sich die Ergebnisse der Archäologen angesehen und dann danach ausgewählt was die Menschen interessieren könnte, um etwas über sich und ihre Kultur zu lernen. Wissenschaftliche Erkenntnisse seien dort so aufgearbeitet worden, dass sie Besucher aller Art erreichen könnten.

Rostock bietet Unterstützung an

Um auch für Mecklenburg Vorpommern ein solches Museum zu errichten, ist das Land auf Partner angewiesen. Mit der Stadt Rostock hat man offenbar schon einen gefunden. Mitglieder aller Fraktionen der Bürgerschaft waren mitgereist, um sich ein Bild davon zu machen, was notwendig ist, um solch ein erfolgreiches Museum zu bauen und zu betreiben.

Rechtzeitig zur BUGA soll eröffnet werden

Für Rostock ist es wichtig, dass das Archäologische Landesmuseum zur Bundesgartenschau 2025 eröffnet wird. Darauf wies noch einmal Matthias Horn aus dem Büro des Rostocker Oberbürgermeisters hin. Das müsse man in einem städtebaulichen Zusammenhang sehen, so der BUGA-Koordinator. Die Bundesgartenschau sei ein reines Stadtentwicklungskonzept, man wolle den Stadthafen erneuern, die Neubau-Gebiete im Nordosten dichter an die Innenstadt heranholen und mit einer Brücke verbinden. Dazu passe natürlich ein spektakulärer Museumsneubau. Man werde die entsprechenden Wettbewerbe zusammen mit dem Land machen, so Horn weiter, da sei man bereits im Gespräch.

Hesse verweist auf Exponate aus MV

Die Eröffnung 2025 sehen sowohl Finanzminister Brodkorb als auch Kulturministerin Birgit Hesse als große Herausforderung. Der Rundgang in Mooesgaard habe gezeigt, so Hesse, dass man für ein attraktives Museum ein schlüssiges Gesamtkonzept und damit auch eine gewisse Vorlaufzeit in Planung und Entwicklung brauche. Aber Ziele müsse man sich setzen, um sie zu erfüllen. Die Kulturministerin war sowohl von dem Gebäude des Moesgaard Museums begeistert, das sich sehr gut in die Landschaft einfügt als auch von den Ausstellungen. Sichtlich stolz verwies sie auf die vielen Exponate aus Mecklenburg Vorpommern, die derzeit dort gezeigt werden, wie den "Kultwagen von Peckatel", einer Grabbeigabe aus der Bronzezeit. Diese würde später natürlich im Archäologischen Landesmuseum in Rostock zu sehen sein.

Taugt Aarhus als Vorbild für MV?

Der Neubau des Moesgaard Museum bei Aarhus wurde 2014 eröffnet. Das Gebäude beherbergt mehrere Ausstellungen auf rund 4.000 Quadratmetern, einen Hörsaal mit 220 Plätzen sowie Shop und Cafeteria. Die Kosten für das Gebäude sowie für die Entwicklung der Dauerausstellung von der Endsteinzeit bis zu den Wikingern beliefen sich damals auf rund 70 Millionen Euro. Das Museum spricht alle Altersgruppen an und ist aufgrund der modernen Ausstellungstechnik sehr beliebt bei Familien.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.08.2018 | 08:00 Uhr

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