Stand: 18.08.2020 12:41 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Arbeitsunfall: Verfahren gegen Firmenchef eingestellt

Das Justizzentrum in Neubrandenburg © DPA-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Der Firmenchef soll das Opfer des Arbeitsunfalls nicht ordnungsgemäß eingewiesen haben.

Das Amtsgericht Neubrandenburg hat den Prozess um den tödlichen Sturz eines Dacharbeiters eingestellt. Der beschuldigte 33-jährige Geschäftsführer einer Schweriner Dachsanierungsfirma soll eine Geldstrafe von 1.500 Euro an den minderjährigen Sohn des Unfallopfers zahlen. Den Verunglückten treffe ein "erhebliches Maß an Eigenschuld", begründete das Gericht sein Urteil.

Opfer des Arbeitsunfalls stand unter Drogen

So habe der 35-Jährige auf dem Abschnitt des Daches, wo er im November 2018 aus acht Metern Höhe abgestürzt war, nichts zu suchen gehabt und zudem unter Drogen gestanden. Der angeklagte Geschäftsführer soll aber versäumt haben, den Angestellten an dem Tag extra darauf hinzuweisen, dass der nördliche Teil des Daches nicht durch Netze gesichert war.

Anklage hatte höhere Strafe gefordert

Die Anklage hatte eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung gefordert. Nach Aussage des Beschuldigten sollte der verunglückte Bauhelfer auf der betroffenen Baustelle nicht auf dem südwestlichen Teil des Hallendaches arbeiten. Er habe angeordnet, dass das Asbestdach auf der nördlichen Seite durch ein Blechdach ersetzt werde. Später sollten Solarplatten darauf montiert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.08.2020 | 06:00 Uhr

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