Stand: 14.05.2020 14:04 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Anschlag auf Polizeiautos: Haftstrafe für Stralsunder

Stralsund: Ein Privatwagen eines Polizisten wurde bei einem Brandanschlag schwer beschädigt und musste abgeschleppt werden. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Durch die Brandsätze waren drei Polizeiautos beschädigt worden. (Archivbild)

Ein 61-jähriger Stralsunder ist wegen mehrerer Brandanschläge auf Polizeiautos zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Das Amtsgericht Stralsund befand den Mann am Donnerstag der Brandstiftung, Bedrohung und der versuchten gefährlichen Körperverletzung für schuldig. Der 61-Jährige hatte im Prozess zu den Vorwürfen geschwiegen. Die Strafe ist noch nicht rechtskräftig.

Fünf Brandsätze gelegt, drei Autos beschädigt

Nach Auffassung des Gerichtes hatte der Mann am Morgen des 26. November 2019 fünf Brandsätze an Polizeiautos unweit eines Reviers in der Altstadt von Stralsund gelegt. Drei Fahrzeuge, darunter zwei zivile Autos von Polizisten, waren ausgebrannt oder stark beschädigt worden. Zwei Brandsätze versagten. Verletzt wurde niemand. Der Schaden wurde auf 40.000 Euro geschätzt. Spuren des Mannes waren am Tatort und nicht gezündeten Brandsätzen gefunden worden.

Mann in eigener Wohnung gefasst

Der 61-Jährige war zunächst geflüchtet, wurde aber zwei Tage später im Zusammenhang mit einer Hausdurchsuchung wegen anderer Vorwürfe gefasst. In seiner Wohnung wurden weitere Gegenstände und Substanzen für Brandbeschleuniger gefunden. Der Beschuldigte soll zudem Passanten mit einer Zwille beschossen haben. Er war in Vergangenheit bereits durch gezielte Verweigerung staatlicher Anordnungen aufgefallen, wird aber nicht der sogenannten Reichsbürgerszene zugeordnet.

Mit dem Urteil blieb das Gericht knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Freispruch für ihren Mandanten verlangt. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte den Brandanschlag seinerzeit als Angriff auf Landespolizei und Rechtsstaat scharf verurteilt.

Weitere Informationen
Stralsund: Ein Privatwagen eines Polizisten wurde bei einem Brandanschlag schwer beschädigt und musste abgeschleppt werden. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Caffier nach Brandanschlag: "Grenze überschritten"

In Stralsund haben bislang unbekannte Täter mehrere Brandsätze auf Autos vor dem Polizeihauptrevier geworfen. Innenminister Lorenz Caffier verurteilte die Tat. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 15.05.2019 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Rostocks Jan Löhmannsröben (M.) kämpft gegen Saarbrückens Tim Golley (l.) und Mario Müller um den Ball. © imago images / Eibner

Hansa Rostock verliert bei Aufsteiger Saarbrücken

Erster Rückschlag am zweiten Spieltag: Hansa Rostock hat in der Dritten Liga verdient beim Aufsteiger 1. FC Saarbrücken verloren. mehr

Reimund Pniok im Porträt. © NDR

"Es ist Wehmut, die mich überfällt"

Beim Tutower Senf sorgte kanadisches Senfmehl für die nötige Schärfe. Nach der Wende kommen ab 1990 schwere Zeiten auf die Konserven- und Senffabrik zu, doch der Senf überlebt - bis 2020. mehr

Löscharbeiten in Neustrelitz © NDR Foto: Heike Becker

Mann stirbt nach Brand: Rechtsstreit um Frauentod endet

Nach dem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Neustrelitz ist der 55 Jahre alte Mieter gestorben. Mit dem Tod des Mannes endet ein jahrelanger Rechtsstreit um den Tod einer Frau in Alt Rehse. mehr

Bettina Martin © dpa-Bildfunk Foto: Frank Hormann

Martin: An Regeln halten, Schulschließungen vermeiden

Um flächendeckende Schulschließungen zu verhindern, müssten sich alle an die Corona-Maßnahmen halten, so MV-Bildungsministerin Martin. Kritik gab es auf dem Lehrertag in Rostock am langsamen Internet-Ausbau. mehr