Stand: 25.05.2020 12:30 Uhr

Anbieter von Landurlaub profitieren in der Corona-Krise

Zwei Kinder beobachten zwei Kälber beim Tag des offenen Hofes. © NDR Foto: Franziska Mahn
Der Landtourismus profitiert von der Coronakrise, weil er viel Ruhe, Natur und Weite bietet. (Symbolbild)

Kühe melken, mit dem Pferd am Strand entlang reiten oder einfach mal im Heu die Seele baumeln lassen - Urlaub auf dem Land ist nun auch wieder erlaubt. Die Anbieter für Landtourismus in Mecklenburg-Vorpommern profitieren von den aktuellen Lockerungen. Urlaub auf dem Land ist stark nachgefragt.

Bauernhöfe und Co. bereits voll ausgebucht

Die Buchungszahlen für alle Regionen im Land sehen gut aus. Die Geschäftsführerin des Fachverbandes "Landurlaub", Sandra Hippauf, vermutet, dass viele Menschen während der Corona-Krise die Natur neu schätzen gelernt haben. Außerdem hat man den Vorteil, meist in der eigenen Ferienwohnung untergebracht zu sein und sich selbst versorgen zu können. Damit sind die Abstandsregeln leichter einzuhalten. Vor allem Städter buchen laut Hippauf gerade diese Art des Urlaubs. Allerdings dürfen auch in diesem Bereich nur 60 Prozent der Betten belegt werden. Das bedeutet, dass viele Bauernhöfe, Gutshäuser oder Heuherbergen laut Verband schon jetzt voll ausgebucht sind.

Landurlaub ist Haupteinnahmequelle

Für die Anbieter sind die Monate April bis Oktober die wichtigsten. In dieser Zeit müssen sie so viel Geld einnehmen, dass sie, der Betrieb und die Tiere über den Winter kommen. Zwei Monate sind bereits weggebrochen. Die Unternehmen haben im Schnitt etwa 30.000 Euro eingebüßt. Das hat eine Befragung von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus in Deutschland e.V. ergeben. Da für viele Anbieter der Landurlaub die Haupteinnahmequelle ist, sind die Lockerungen existentiell wichtig.

Vorschriften bereiten Sorge

Aber die Anbieter blicken auch besorgt in die nächste Zeit. Einige Unternehmen, vor allem die kleinen, haben Angst, dass sie die ganzen Hygienevorschriften nicht einhalten können oder womöglich unbewusst etwas falsch machen, so Hippauf. Hilfe gibt es aber vom Landestourismusverband und dem Fachverband "Landurlaub". Zudem wurden mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGuS) Notfall-Pandemiepläne erarbeitet. In denen geht es vor allem um die Frage, wie sich Ferienbetriebe verhalten, wenn in ihrem Unternehmen eine Corona-Infektion bestätigt wurde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 24.05.2020 | 12:00 Uhr

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