Sebastian Antczak, Torwart des HSV Insel Usedom, im Portrait. © Andreas Dumke Foto: Andreas Dumke

Amateur-Handball: Torwart rettet Gegenspieler das Leben

Stand: 05.10.2020 14:42 Uhr

Bei einer Handball-Oberliga-Partie auf der Insel Usedom ist ein Spieler auf der Bank zusammengebrochen und drohte zu ersticken. Der gegnerische Torwart und hauptberufliche DRK Rettungsassistent, Sebastian Antczak, konnte ihn retten.

Eigentlich sollte es ein ganz normales Handballspiel werden - am vergangenen Sonnabend in Ahlbeck. In der Handball-Oberliga stand die Begegnung des Bad Doberaner SV gegen den HSV Insel Usedom auf dem Plan. Doch mitten in der Partie musste das Spiel plötzlich unterbrochen werden. Ein Spieler des Bad Doberaner SV war überraschend auf der Bank zusammengebrochen. Mit seiner beherzten Reaktion hat ihm der Torwart des HSV Insel Usedom, Sebastian Antczak, das Leben gerettet.

Stadionsprecher fordert medizinische Hilfe

Ahlbeck auf Usedom: Sebastian Antczak, Wachleiter und Rettungsschwimmer bei der DRK-Wasserwacht, steht am Strand von Ahlbeck. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Sebastian Antczak ist hauptberuflich Rettungsassistent beim DRK (Archivbild)

In der 38. Spielminute hatte der Stadionsprecher ins Mikrofon gerufen, dass dringend medizinische Hilfe benötigt wird. So beschreibt Sebastian Antczak die Situation im Interview mit NDR 1 Radio MV. "Wir als Mannschaft haben zunächst gar nicht mitgekriegt, dass auf der gegnerischen Bank jemand zusammengebrochen ist - Alexander Stöwsand, gegen den wir schon viele Jahre Spiele bestritten haben. Ich bin sofort hingelaufen - arbeite ja auch im Rettungsdienst - und habe festgestellt, dass er gekrampft hatte."

Antczak: "Man hat einen Tunnelblick"

Schnell konnte der hauptberufliche Rettungsassistent die Situation einschätzen. Der Atemweg war verlegt, die Zunge nach hinten gerutscht. Jetzt musste es schnell gehen. "Unsere Aufgabe war es, binnen Sekunden diese Zunge wieder zu befreien. Das habe ich in Zusammenarbeit mit dem Mannschafts-Physiotherapeuten von Bad Doberan gemacht."

Zwischenzeitlich wurde das Spielfeld und die gesamte Halle geräumt. Auch ein Sichtschutz wurde errichtet. "Da hat man so einen Tunnelblick. Das habe ich alles gar nicht mitbekommen", erklärt Sebastian Antczak. Schließlich konnte Alexander Stöwsand wieder atmen. Er sei etwa fünf Minuten nach der rettenden Aktion wieder zu sich gekommen, so Antczak.

Stöwsand auf dem Weg der Besserung

Für den Retter war das Besondere an diesem Einsatz, wie alle reagiert haben: "Das Publikum, die Schiedsrichter, die Mannschaft - dass die da wirklich sofort reagiert und den Ernst der Lage erkannt haben." Alexander Stöwsand soll es mittlerweile wieder gut gehen. Sebastian Antczak habe mit ihm über das Smartphone geschrieben. Demnach ist er auf dem Weg der Besserung und kann demnächst das Universitätsklinikum in Greifswald verlassen.

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Ahlbeck auf Usedom: Sebastian Antczak, Wachleiter und Rettungsschwimmer bei der DRK-Wasserwacht, steht am Strand von Ahlbeck. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.10.2020 | 11:12 Uhr

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