Eine Pflegekraft begleitet die Bewohnerin eines Altenheims mit Rollator beim Gang durch den Flur. © picture alliance/Oliver Berg/dpa Foto: Oliver Berg

Alten- und Pflegeheime: Impfkampagne neigt sich dem Ende zu

Stand: 26.02.2021 14:57 Uhr

Die Corona-Situation in den Alten- und Pflegeheimen in Mecklenburg-Vorpommern entspannt sich. Landesweit hat sich die Zahl der Infizierten in solchen Einrichtungen halbiert. In den Kreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald sind mittlerweile alle Heimbewohner geimpft.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sind mittlerweile alle Bewohner in Senioren- und Pflegeheimen, die zu einer Corona-Impfung eingewilligt hatten, zwei Mal geimpft. Nach Angaben des Kreises hat sich der deutlich überwiegende Teil der Bewohner impfen lassen. Trotzdem gab es zwischen und nach den Impfungen immer wieder Infektionen. Derzeit erneut in einem Heim in Waren, wo elf Bewohner und drei Mitarbeiter betroffen sind. Zehn von ihnen sind geimpft. Nach Angaben des Gesundheitsamtes sind die Covid-19-Erkrankungen in allen Fällen bislang milde verlaufen.

Fast nur milde Verläufe bei Ausbruch in Neustrelitzer Heim

Ein ähnliches Bild bietet sich seit einer Woche in einer Einrichtung der Diakonie in Neustrelitz. Dort erkrankte fast ein Drittel aller Bewohner an Covid-19 - knapp zwei Wochen nach der zweiten Impfung. Die 35 Erkrankten zeigten allesamt milde bis leichte Verläufe, wie es hieß. Bis heute sei kein schwerer Fall aufgetreten. Diakonie-Chef Christoph de Boor nimmt das als gutes Zeichen. Verglichen mit früheren Ausbrüchen, sei die aktuelle Lage bedeutend besser.

Landrat Sack: "Die Richtung stimmt"

Auch die Alten- und Pflegeheime in Vorpommern-Greifswald sind nach Aussage von Landrat Michael Sack durchgeimpft. Impfwillige in den 40 Einrichtungen hätten sowohl die Erst- als auch die Zweitimpfung erhalten, sagte der CDU-Politiker am Freitag. Das betreffe auch die Mitarbeiter. "Die Impfungen wirken, gerade dort in den Pflegeeinrichtungen", sagte Sack. Über 75-Jährige seien mittlerweile deutlich weniger von Corona-Infektionen betroffen. Wenn sie positiv würden, verlaufe die Krankheit milder. "Das zeigt sich mittlerweile ganz, ganz deutlich." Anfang des Jahres hatte es in dem Landkreis mehrere Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gegeben. Insgesamt seien in dem Landkreis bisher knapp 14.000 Impfungen erfolgt. Man könne wesentlich mehr impfen, wenn mehr Serum zur Verfügung stünde. Derzeit sieht Sack seinen Landkreis in Sachen Infektionsgeschehen auf einem guten Weg: "Die Richtung stimmt derzeit."

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Zahl der Infektionen in Heimen hat sich halbiert

Insgesamt betrachtet erkranken landesweit deutlich weniger Senioren als noch vor einem Monat. Anfang Februar waren es noch mehr als 1.500 Senioren in Alten- und Pflegeheimen, die an Covid-19 erkrankt waren. Aktuell sind es nur noch knapp 700 Fälle. Die Zahl der Erkrankungen hat sich also mehr als halbiert. So in etwa hatten es Experten vorausgesagt, dass die Impfungen vor Infektionen und vor allem auch schweren Verläufen schützen würden.

7.000 Heimbewohner in MV warten noch auf Zweitimpfung

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) bestätigte diese Tendenz. Die Impfkampagne in den Alten- und Pflegeheimen des Landes neige sich langsam ihrem Ende zu. Knapp 22.000 Frauen und Männer haben sich demnach impfen lassen. Etwa 7.000 Bewohner von ihnen warten nun noch auf ihre Zweitimpfung. Lediglich in acht von insgesamt 256 Heimen ist überhaupt noch nicht geimpft worden, wie aus aktuellen Daten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) hervorgeht.

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Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 26.02.2021 | 12:00 Uhr

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