Stand: 22.06.2020 15:12 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Alt-Rehse-Prozess: Staatsanwaltschaft geht in Revision

Das Justizzentrum in Neubrandenburg © DPA-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Die juristische Aufarbeitung des Todes einer Frau in Alt Rehse geht in eine neue Runde.(Symbolbild)

Die Neubrandenburger Staatsanwaltschaft will das Urteil im Prozess um den Tod einer Frau in Alt Rehse (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) vom Bundesgerichtshof überprüfen lassen. Das teilte die Behörde im Gespräch mit NDR 1 Radio MV mit. Am Freitag hatte das Landgericht Neubrandenburg einen 54 Jahre alten Mann wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Nötigung zu einer Geldstrafe von 1.350 Euro verurteilt.

Woran ist das Opfer gestorben?

Die Staatsanwaltschaft hatte viereinhalb Jahre gefordert. Sie geht davon aus, dass der Mann vor rund vier Jahren seine damalige Lebensgefährtin geschlagen und gefoltert hat. Die Frau war damals gestorben. Im Prozess sei nicht eindeutig festzustellen gewesen, ob der Mann für den Tod der 32-Jährigen verantwortlich zu machen sei, so der Richter in seiner Begründung.

In erstem Prozess zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt

Polizeibeamte hatten im Haus des Mannes in Alt Rehse die stark verweste Leiche einer Frau gefunden. In einem ersten Urteil 2017 war der 54-Jährige zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Er war dagegen in Revision gegangen.

Tote bei Einsatz wegen Ruhestörung entdeckt

Der Mann aus Alt Rehse hatte die 32-Jährige aus Rheinland-Pfalz via Internet kennengelernt. Im ersten Prozess hatte er geschwiegen, aber Polizisten bereits erzählt, dass er das Opfer im Streit nackt an ein Bett gefesselt hatte. Dann habe er die Frau mit einer Peitsche misshandelt und ohne Essen und Trinken liegen gelassen, bis sie starb. Die Beamten waren von Nachbarn gerufen worden, weil der Mann nachts Trompete im Garten gespielt hatte. Dabei entdeckte die Polizei die seit einigen Wochen tote Frau im Haus.

Weitere Informationen
Das Justizzentrum in Neubrandenburg © DPA-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Tod nach Misshandlung: Geldstrafe für Angeklagten

Im Revisionsprozess um den Foltertod einer Frau in Alt Rehse wurde erneut geurteilt. Der 54-jährige Angeklagte ist vermindert schuldfähig und muss nicht wieder ins Gefängnis. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.06.2020 | 15:00 Uhr

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