Stand: 12.08.2020 14:37 Uhr

Algenteppiche vor Ostseeküste von MV bedrohen Badespaß

Algenteppiche schwimmen im Hafen von Stralsund an der Ostseeküste. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Im Hafen von Stralsund treiben Algenteppiche. An mehreren Badestellen an der Ostseeküste und an Binnenseen in Mecklenburg-Vorpommern sind Blaualgen aufgetreten.

Eine Blaualgen-Blüte könnte auch in den kommenden warmen Tagen den Badespaß in der Ostsee verderben. Satellitenaufnahmen zeigen große Algenvorkommen vor den Küsten Dänemarks und Mecklenburg-Vorpommerns, wie das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in Güstrow (Landkreis Rostock) am Mittwoch mitteilte. Auch in den Boddengewässern Rügens und im Stettiner Haff wurden demnach Algenteppiche identifiziert.

Algen könnten bei Nord- und Ostwind an die Küste getrieben werden

Nach Angaben des LUNG handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um typische Blaualgen der Gattungen Nodularia und Aphanizomenon. In den Bodden und Haffs mit höherem Süßwassergehalt komme die Gattung Microcystis vor, so die Behörde. Bei ruhiger Wetterlage können sie sich an der Wasseroberfläche anreichern. Bei auflandigem Wind aus Nord bis Ost können die Algen an die Küsten und in die Häfen Mecklenburg-Vorpommerns getrieben werden.

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Vergiftungen beim Verschlucken möglich

Blaualgen, bei denen es sich eigentlich um Cyanobakterien handelt, vermehren sich bei Wassertemperaturen ab 18 Grad und hoher Sonneneinstrahlung massenhaft. Bei allen drei festgestellten Gattungen kann es beim Verschlucken zu Vergiftungen kommen, warnt das Landesamt. Beim Baden sind Hautreizungen möglich. Wer immungeschwächt ist oder offene Wunden hat, sollte deshalb nicht baden gehen, so das Landesamt. Er könnte sich eine Infektion zuziehen. Eine Algenblüte ist an einem muffigen Geruch, an trübem Wasser und an blaugrünen Schlieren auf der Wasseroberfläche zu erkennen. Blaualgen bilden giftige Toxine, die beim Menschen zu Durchfall, allergischen Reaktionen und Fieber führen können.

Hunde am Wochenende verendet

Am Wochenende waren in Wampen bei Greifswald zwei Hunde gestorben, nachdem sie am Bodden gebadet und größere Mengen Wasser geschluckt hatten. Am Dienstag meldete das Veterinäramt des Kreises einen dritten verendeten Hund. Auch dieser hatte in Wampen Boddenwasser gesoffen.

Schiff nimmt Gewässerproben

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat an drei Badestellen am Greifswalder Bodden Badeverbote verhängt. Derzeit nimmt dem Amt zufolge das Gewässerüberwachungsschiff des Landes, die "Strelasund", an bestimmten Überwachungsstationen Wasserproben, um die Algenvorkommen genauer zu untersuchen. Auch an den ersten Binnenseen gelten Warnungen vor Blaualgen, zum Beispiel am Reppin am Schweriner See sowie am Zippendorfer Strand und im Bereich Freibad Kalkwerder in Schwerin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 12.08.2020 | 15:00 Uhr

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