Stand: 29.08.2018 08:21 Uhr

Afrikanische Schweinepest in Europa auf Vormarsch

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Die Tierseuchenforscher auf dem Riems warnen vor einer Ausbreitung der Schweinepest.

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich weiter aus. Bislang wurden europaweit rund 4.800 Fälle von infizierten Wild- und Hausschweinen registriert. Das sind schon jetzt rund 700 mehr als im gesamten Vorjahr, heißt es vom Friedrich-Löffler-Institut (FLI) für Tierseuchenerreger auf dem Riems.

Osteuropa und Russland betroffen

Besonders kritisch sei die Lage in Rumänien, wo sich die Afrikanische Schweinepest nach Einschätzung des Instituts stark ausbreite. "Wir erleben das Gegenteil einer Entspannung", sagt der Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Professor Franz Conraths. Damit steige die Gefahr, dass der Erreger nach Deutschland eingeschleppt würde. Insbesondere im Donaudelta sei das Virus in vielen Kleinhaltungen aufgetreten. Insgesamt seien derzeit acht osteuropäische Staaten sowie Russland betroffen. Auch in China wurden erste Ausbrüche gemeldet.

Positive Ausnahme ist Tschechien

Im Nachbarland Tschechien gelten so strikte Maßnahmen, dass seit April dieses Jahres keine neuen Fälle mehr hinzugekommen seien - damit sei Tschechien die positive Ausnahme und nach Angaben der Forscher des FLI eine "Blaupause" für Deutschland, sollte das Virus hier auftreten. Dennoch steige die Gefahr, dass der Erreger auch nach Deutschland eingeschleppt wird, so ein Sprecher des Friedrich Löffler Instituts.

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Risikofaktor Mensch

Der Mensch gelte als größter Risikofaktor, wenn er beispielsweise kontaminierte Lebensmittel einführt, auf Parkplätzen Speisereste entsorgt oder sie entgegen der EU-Regularien an Hausschweine verfüttert.
Um eine Ausbreitung zu verhindern, sollte das Virus nach Deutschland gelangen, sind Jäger in Deutschland bereits jetzt aufgefordert, Wildschweine verstärkt zu bejagen. In Mecklenburg-Vorpommern sind im vergangenen Jahr so viele Wildschweine geschossen worden, wie seit 1972 nicht mehr. Ein Grund ist die sogenannte "Pürzelprämie", eine Abschussprämie die das Land in Höhe von 25 Euro pro erlegtem Tier zahlt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.08.2018 | 08:00 Uhr

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