AfD-Kandidat Kramer im Sommerinterview: Verfassungsschutz wird missbraucht

Stand: 13.08.2021 17:23 Uhr

In den Sommerinterviews vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern erläutern die Spitzenkandidaten der Parteien* ihre Positionen zu den wichtigsten Themen. Nikolaus Kramer von der AfD sagte, der Verfassungsschutz werde politisch missbraucht.

Angesprochen auf die rechtsextreme identitäre Bewegung erklärte der AfD-Spitzenkandidat, er halte es für höchst fraglich, dass der Verfassungschutz etwa diese Bewegung beobachte. Dies deute auf politischen Machtmissbrauch hin. Kramer bleibt außerdem bei seiner Aussage, dass Frauen für die Politik weniger geeignet seien - sie seien zu emotional.

Wirtschaft: Weniger Staat

In der Wirtschaftspolitik will die AfD laut Kramer zwar einen Mindestlohn und zumindest teilweise eine Tariftreue, ansonsten spreche sich die Partei für weniger staatliche Eingriffe aus. Den Lehrer und Erzieherberuf will die Partei auch durch höhere Löhne attraktiver machen. Durch die Corona-Politik seien die letzten anderthalb Jahre in der Bildung verlorene Jahre, sagte Kramer.

Kernkraftwerke statt Windräder

Einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien im Land lehnt Nikolaus Kramer ab - die AfD setze im Klimaschutz auf moderne Kernkraftwerke. In der Gesundheitspolitik fordert der AfD-Spitzenkandidat mehr Polikliniken, eine bessere Unterstützung von Landärzten und eine stärkere Lenkung durch den Staat.

*Bei der Auswahl der Sommerinterview-Gäste orientiert sich das NDR Landesfunkhaus MV am Gebot der abgestuften Chancengleichheit. Wir berufen uns bei der Auswahl der Gäste auf die Ergebnisse der jüngsten Vorwahlerhebungen und den damit verbundenen Chancen der jeweiligen Parteien auf einen Einzug in den Landtag.

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