Ärger in der Rostocker "Sommerstraße"

Stand: 03.08.2021 12:33 Uhr

Bis Ende Oktober soll der Bereich der "Sommerstraße" in Rostocks Innenstadt nur für den Rad- und Fußgängerverkehr erreichbar sein. Der Start des Projektes verlief allerdings holprig: Zahlreiche Autos übersahen die Beschilderung und fuhren in die Straße Am Brink.

Es geht um die kleine Straße Am Brink, relativ zentral am Doberaner Platz, keine hundert Meter Strecke. Eine der Straßen, die in den Stadtteil "Kröpeliner Tor Vorstadt" führen. Hier gibt es viele kleine Läden, Restaurants und Kneipen. Am Ende dieser Straße ist seit Montag ein Poller eingesetzt und damit die Durchfahrt für Autos bis Ende Oktober gesperrt. Nur der Lieferverkehr darf vormittags einfahren. Ansonsten soll der Fuß- und Radverkehr bequem über die Straße laufen. Außerdem fallen zwölf Parkplätze weg, auf diese Flächen können Restaurants und Kneipen ihre Tische und Stühle stellen.

Kritik von Anwohnern und Gewerbetreibenden

Der Start des Projektes verlief holprig. Der Poller, der die Straße begrenzt, liegt hinter einer Kurve. Zwar steht bei der Einfahrt ein Schild "Fußgängerzone", dieses ist allerdings schlecht zu sehen. Den ganzen Tag lang fuhren Autos und Laster weiter in die Straße hinein und mussten umständlich wenden. Gewerbetreibende und Anwohner sind sauer, weil sie bei dem Projekt nicht gefragt wurden und spät informiert wurde. Erst vor wenigen Wochen hatten sie Informationsblätter in den Briefkästen.

Rad- und Fußgänger durchweg zufrieden

Die Gastronomen sind von dem Projekt angetan. Sie haben mehr Platz im Außenbereich: Eine Cocktail-Bar beispielsweise hat Tische, Strandkörbe und Pflanzen auf einen ehemaligen Parkplatz gestellt. Auch Rad- und Fußgänger sind begeistert. Sie haben mehr Platz.

Genaue Auswertung des Projektes geplant

Der Rostocker Verkehrssenator Holger Matthäus (Die Grünen) hat sich entschuldigt für die schlechte Kommunikation im Vorfeld. Eine große Bürgerbeteiligung sei wegen Corona schwierig gewesen. In den Ausweichstraßen sollen die Verkehrsvorschriften jetzt genauer kontrolliert werden. Der Senator versprach außerdem, dass alle Auswirkungen des Projekts genau beobachtet werden: Wie entwickelt sich der Einzelhandel vor Ort, die Gastronomie, der Lärmpegel? Alle zwei Wochen ist eine Auswertung geplant. Ende Oktober wird der Verkehrsversuch beendet. Mit den Erkenntnissen will die Stadtverwaltung genau analysieren, ob derart verkehrsberuhigte Zonen dauerhaft eingerichtet werden sollten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.08.2021 | 19:30 Uhr

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