Eine Abiturientin läuft an einem Schild mit der Aufschrift „Abitur - Bitte Ruhe!“ vorbei. © picture alliance Foto: Felix Kästle

Abendgymnasium: Anmeldungen trotz Corona konstant

Stand: 03.06.2021 14:24 Uhr

Bis Anfang August läuft die Anmeldungsphase für die vier Abendgymnasien in Mecklenburg-Vorpommern. Es gibt aber einige Anforderungen für den zweiten Bildungsweg.

von Dimitri Paul, NDR 1 Radio MV

Wer auf ein Abendgymnasium möchte, muss vorher ein paar Bedingungen erfüllen: eine mittlere Reife besitzen, eine abgeschlossene Ausbildung oder eine zweijährige Berufstätigkeit vorweisen können und mindestens 19 Jahre alt sein. Das Abitur dauert dann insgesamt drei Jahre. Da der Unterricht nachmittags beginnt, ist es möglich, die Schule auch neben der Arbeit zu besuchen.

Anmeldungen bleiben konstant

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es vier verschiedene Abendgymnasien. Diese befinden sich in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und Greifswald. Rostock ist mit rund 130 Studierenden - die größte Einrichtung im Land. Zusammen mit den anderen Schulen gibt es aktuell laut der Schulleiterin des Abendgymnasiums in Rostock, Ulrike Wasser, etwa 280 Studierende, die sich für einen zweiten Bildungsweg entschieden haben. Es sei durch die Corona-Pandemie schwieriger, Interessenten anzusprechen, so Wasser. Normalerweise gebe es einen Tag der offenen Tür. Außerdem werden in Restaurants und Bars Flyer ausgelegt, diese waren bisher aber geschlossen. Trotzdem gebe es derzeit rund 60 Bewerbungen in Rostock - ähnlich wie in den Vorjahren. Bis zu 90 wären möglich. Der Bewerbungsandrang sei im gesamten Land auf einem ähnlichen Stand geblieben, hieß es.

Lernen auf Abstand

Wie an anderen Schulen konnte der Unterricht durch die Corona-Pandemie nicht in Präsenz stattfinden. Das digitale Lernen war auch für einige Studierende eine Herausforderung. Das bestätigt auch Daria Kiseleva, eine Studentin am Rostocker Abendgymnasium. Sie arbeitet eigentlich als Mediengestalterin und macht nebenbei ihr Abitur. Nach dem Feierabend musste sie weiter an ihrem Computer für den Unterricht sitzen bleiben. Für Kiseleva sei das Lernen im Klassenraum deutlich angenehmer. Trotzdem habe sie nicht das Gefühl, viel Unterrichtsstoff verpasst zu haben. Ähnlich sieht es auch Raik Weeber, ebenfalls vom Rostocker Abendgymnasium. Er nahm schon vor der Pandemie am sogenannten Blendet Learning teil. Das sei ein Angebot der Schule, bei dem sich der Unterricht auf bis zu drei Wochentage verteilt. Was nicht geschafft wird, wird auf der digitalen Plattform mit Arbeitsblättern selbständig nachgeholt. Für Weeber sei das sogenannte Distanz-Lernen damit nicht komplett neu. Trotzdem musste er sich mehr selbständig erarbeiten. Gemacht hat er das zum Teil auch in kleinen Gruppen mit anderen Studierenden.

Schuljahr freiwillig wiederholen

Die Quote für Abbrüche sei auf Abendgymnasien im ersten Schuljahr mit rund 25 Prozent besonders hoch, so Schulleiterin Wasser. Im zweiten und dritten Jahr hören dann weniger Studierende auf. Die Corona-Pandemie hatte darauf keinen Einfluss. Allerdings wollen mehr Personen freiwillig wiederholen. Normalerweise seien das eher Einzelfälle, so Wasser.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.06.2021 | 17:00 Uhr

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