Rostock: Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks in der Hansestadt liefern Corona-Schnelltests für Schüler an das Gymnasium Reutershagen aus. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Ab Mittwoch weitere Schulöffnungen - und Selbst-Tests

Stand: 14.03.2021 19:12 Uhr

Am Mittwoch (17. März) werden die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ein Stück weit mehr geöffnet. Dann dürfen in Regionen mit einer Inzidenz unter 100 Schüler ab Klasse 7 zum Unterricht. Flankiert werden die Öffnungen mit Selbst-Tests. Rund 450.000 davon müssen an die Schulen verteilt werden.

Das Technische Hilfswerk (THW) verteilt seit dem Wochenende die Selbst-Tests von Ludwigslust aus an die Landkreise und kreisfreien Städte. In den Landkreisen Rostock, Ludwigslust-Parchim und Vorpommern-Greifswald sowie in Schwerin sei dies bereits am Wochenende geschehen, hieß es vom THW. In der Hansestadt Rostock belieferte das THW am Montag sechs Schulen mit den Selbst-Tests. Von dort erfolgt die Weiterverteilung in Eigenregie.

Bis zu drei Tests pro Woche für Schüler in Rostock

In Rostock gibt es ja eine Besonderheit: Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) hatte bereits das in der Stadt ansässige Biotechnologie-Unternehmen Centogene gewinnen können, Tests an den Schulen mit Präsenzunterricht zu übernehmen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Selbst-Tests, sondern PCR-Tests, die zweimal pro Woche durchgeführt werden. Das bedeutet, dass die Rostocker Schüler - sofern sie die Angebote annehmen - sich künftig wenigstens dreimal pro Woche testen lassen können.

Schulen wären gerne früher informiert worden

Wie die Tests zu handhaben sind und wie die Testungen in den Schulen überhaupt ablaufen sollen, das hätten Lehrer und Schulleiter gerne schon eher gewusst. Erst am Montagnachmittag wurden die Schulen dazu vom Bildungsministerium informiert. Nun müssen die Schulleitungen alles Weitere organisieren - das werde knapp bis Mittwoch, schätzt Heike Walter, die Vorsitzende der Schulleitungsvereinigung in MV: "Wir brauchen die Tage, weil wir von den Kindern die Gesundheitserklärungen brauchen, Erklärungen, dass sie nicht in Risikogebieten waren und wahrscheinlich noch einen Zettel zu den Tests." All diese Formulare müssten zuerst den Eltern zugeleitet werden, die sie dann noch ausdrucken und lesen müssten.

Weitere Informationen
Ein Pflaster wird auf den Arm einer Frau geklebt. © PantherMedia Foto: candy18

Corona-News-Ticker: 1,35 Millionen Impfungen an einem Tag

Bundesweit sind laut Robert Koch-Institut nun knapp 36 Prozent der Menschen mindestens einmal geimpft. Mehr News im Live-Ticker. mehr

Schüler führen Tests unter Aufsicht selbst durch

Seit dem Montagnachmittag haben die Schulen dafür einen Elternbrief als Vorlage, denn die Eltern müssen ihr Einverständnis zu den Tests geben - sie sind freiwillig. Die Tests werden von den Schülern unter Aufsicht der Lehrer selbst durchgeführt - mit einem Wattestäbchen im vorderen Nasenraum. Die Gebrauchsanweisung und ein Video sind auf der Website des Bildungsministeriums abrufbar. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) versprach, dass die Tests einfach zu handhaben sind.

Bei Positivbefund müssen Eltern PCR-Test organisieren

Falls positiv getestet wird, müssen die Eltern ihr Kind umgehend abholen und dann organisieren, dass ihr Kind schnell einen PCR-Test bekommt. Der soll laut Bildungsministerium in Hausarztpraxen durchgeführt werden. Vermutlich werden viele Eltern aber ihren Kinderarzt ansteuern. "Wir können das ebenso", versicherte Andreas Michel vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Mecklenburg-Vorpommern gegenüber NDR 1 Radio MV. Nach Angaben des Greifswalder Kinderarztes sind Praxistermine im Moment in der Regel recht kurzfristig erhältlich. Denn dank Abstand und Maske sind derzeit nur wenige Kinder zu behandeln.

Mehr Positivbefunde erwartet

Dass mehr Tests auch mehr Positivbefunde erbringen, ist absehbar. Nicht immer aber bestätigen sich diese beim Nachtesten. Kinderarzt Michel rät Eltern deshalb zur Besonnenheit. Denn: "Wir haben gesehen, dass die Kinder keine schweren Krankheitsverläufe haben." Zwar habe es auch einige kranke Kinder gegeben, aber den meisten habe man die Infektion nicht angemerkt. Sollte der PCR-Test positiv sein, werde sich das Gesundheitsamt melden und alles weitere veranlassen.

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 14.03.2021 | 19:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Ein Schild mit der Aufschrift "Geöffnet" steht vor einem Sportgeschäft. © picture alliance/dpa | Frank Molter Foto: picture alliance/dpa | Frank Molter

Einzelhandel darf öffnen im Landkreis Vorpommern-Rügen

Eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 - stabil seit einer Woche: deshalb darf der Einzelhandel im Landkreis Vorpommern-Rügen vorfristig öffnen. mehr