Stand: 29.06.2020 16:38 Uhr

A20: Bohrungen für westliche Teilbrücke gestartet

Am früheren Autobahnloch an der A20 bei Tribsees (Kreis Vorpommern-Rügen) haben die Bohrungen für die westliche Teilbrücke in Fahrtrichtung Lübeck begonnen. Währenddessen fließt der Verkehr auf dem südlichen Teil der Autobahn über die Behelfsbrücke in beide Richtungen wie gewohnt weiter.

Stützpfeiler werden in 25 Meter Tiefe gerammt

Die Pfeiler, die die neue Brücke tragen sollen, gehen laut Verkehrsministerium durch das ganze Moor hindurch, bis sie wieder auf festem Untergrund stehen. Dieses Vorhaben ist laut Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) aktuell die Herausforderung an der Baustelle: "Wir müssen mehr als 330 Pfeiler runterbringen. Da können Sie davon ausgehen, dass einer ganz schnell einen halben bis einen ganzen Tag braucht, je nach Widerstand. Die werden dann mit Beton verfüllt. Da haben Sie dann 25 Meter mal 1,50 Meter richtig Volumen." Pegel sagte weiter, die Arbeiten würden Monate dauern. Gut ein Jahr lang werde demnach daran gearbeitet, dass auch der westliche Teil der Brücke sicher steht und nicht wieder absackt.

Brückenhälfte soll 2021 fertig werden

Ende 2021 soll die Brücke in Fahrtrichtung Lübeck stehen. Wenn das passiert ist, kann die Behelfsbrücke auf der Gegenfahrbahn abgebaut werden und der Verkehr wird über den neu gebauten Abschnitt geleitet. Das gesamte Bauvorhaben soll nach aktuellem Plan 2023 fertig sein. Dieser Zeitplan sei aber nicht in Stein gemeißelt, so Minister Pegel: "Das hängt immer vom Winter und den Maschinen ab, das sind die Voraussetzungen. Wir brauchen hier sehr teures, großes Bohrgerät. (...) Lassen Sie da irgendwas sein, dann verzögert sich sofort der Bauablauf. Wir hoffen auf einen milden Winter."

Bund bezahlt Gesamtkosten von 180 Millionen Euro

Mit den Bauarbeiten zur Wiederherstellung des A20-Abschnitts westlich der Trebeltalbrücke in Richtung Rostock war im April begonnen worden. Zunächst waren Baustraßen angelegt worden, im Juni rückten die Bohrgeräte an. Die 753 Meter lange Brückenhälfte soll bis Ende 2021 fertiggestellt werden. Die Kosten von rund 180 Millionen Euro trägt der Bund.

Autobahn sank 2017 auf einhundert Metern Länge ab

Der Abschnitt östlich der Trebeltalbrücke ist weitgehend fertig. Im Herbst 2017 war die Autobahn, die westlich der Trebel mit einem neuartigen Bauverfahren errichtet wurde, auf etwa 100 Metern Länge abgesunken und gesperrt worden.

Weitere Informationen
Tribsees: Bauarbeiten an der neuen A20-Fahrbahn © NDR Foto: David Pilgrim

A20-Nadelör Ende 2021 durchlässiger

An der 2017 bei Tribsees im Morast versunkenen A20 wird ein weiterer Sanierungsabschnitt in Angriff genommen. Vierspurig geht es durch das Nadelör erst Ende 2021 wieder. mehr

Die Fahrbahn der Bundesautobahn A20 in Fahrtrichtung Lübeck ist bei Tribsees im Trebeltal mehr als einen halben Meter abgesackt. © NDR Foto: NDR

A 20 versinkt im Moor: Sanierung dauert Jahre

Die "Ostseeautobahn" ist um ein Kapitel seiner unrühmlichen Pannengeschichte reicher: Bei Tribsees ist die Fahrbahn um einen halben Meter abgesackt. Die Sanierung wird wohl Jahre dauern. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.06.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Grafik Landkreis Inzidenz © NDR

Vorpommern-Greifswald: Verschärfte Regeln voraussichtlich ab Mittwoch

Vorpommern-Greifswald hat erneut knapp die 200er Inzidenz erreicht. Landrat Sack kündigte verschärfte Maßnahmen an. mehr

Ein Balkendiagramm vor einer Frau mit Schutzmaske. © photocase Foto: c_kastoimages

Forsa Umfrage MV: Großteil hält Corona-Maßnahmen für angemessen

Die Hälfte der Menschen in MV hält die Corona-Maßnahmen für angemessen, geht aus der Umfrage im Auftrag der OZ hervor. mehr

Eine Person geht durch die dunkle Innenstadt Hannovers. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Corona-Regeln: Wird der Lockdown erneut verschärft?

Heute wollen Bund und Länder über verschärfte Corona-Maßnahmen beraten. Im Gespräch: nächtliche Ausgangssperren und FFP2-Maskenpflicht. mehr

Im Hafen von Mukran auf Rügen lagern noch Rohre für die Ostseepipeline Nord Stream 2. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer/

Nord Stream 2: Kritik an geplanter Stiftung zum Weiterbau nimmt zu

Die Vorsitzende des Rates für Umwelt und Nachhaltigkeit, Theresia Crone, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. mehr