Stand: 22.01.2018 19:09 Uhr

Pegel: "Schütten hier nicht nur ein Loch zu"

Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) geht davon aus, dass die bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) abgesackte A 20 bis zum Jahr 2021 wieder befahrbar sein wird. Die Wiederherstellung dürfte sich für Planer und Baufirmen als echte Herausforderung darstellen. Denn zunächst müsse die A 20 entlang der abgesackten Stelle auf 800 Metern zurückgebaut und dann als Brückenbauwerk mit derselben Länge neu errichtet werden, sagte Pegel am Montag bei einer Informationsveranstaltung der drei Industrie- und Handelskammern (IHK) in Rostock.

Eingebrochene A20.

A 20: 800 Meter müssen abgerissen werden

Nordmagazin -

Die A 20 wird nach Einschätzung von Verkehrsminister Pegel wohl erst 2021 wieder befahrbar sein, 800 Meter müssen abgerissen werden. Die Planungen für eine provisorische Umleitung laufen.

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"Wir schütten hier nicht nur ein Loch zu"

Das entspreche dem Neubau eines Großhotels - nur in die Tiefe gebaut - und lasse sich nicht binnen kürzester Zeit hinzaubern, so der Minister. "Wir schütten hier nicht nur ein Loch zu." Sachverständige seien sich einig, dass der vom Absacken betroffene Damm auf ganzer Länge nicht halte und deshalb erneuert werden müsse, sagte Pegel den Vertretern aus der Tourismus- und Logistikbranche.

Schnelles Bauen und Planen soll sich lohnen

Viele befürchten in den kommenden Jahren Umsatzeinbußen. Daher fordern sie einen Bürokratieabbau, um die Planungs- und Bauphase zu verkürzen. Pegel verwies auf EU-Gesetze, kündigte aber an, in den Ausschreibungen finanzielle Anreize setzen zu wollen. Schnelleres Planen und Bauen sollten sich lohnen, so Pegel. Auch kürzere Fristen im Vergabeprozess brachte der Minister ins Gespräch. Klagen gegen die Vergabe würden den Bau erheblich verzögern. Die Planung werde deshalb so ausführlich gemacht, um eine Wiederholung der Vorfälle in zwölf Jahren zu vermeiden, so der Minister. "Jeder weiß, welche Bedeutung diese Strecke hat."

IHK-Präsident : Chinesen würden sich schneller durchbuddeln

Rostocks IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen zeigte sich verwundert, dass Teile Deutschlands für Jahre außer Gefecht gesetzt werden, wenn einige Straßen und Brücken kaputtgehen. Sollte dies nicht schneller möglich sein, dann müsse in Deutschland über neue Verfahren nachgedacht werden. Selbstverständlich müssten Bauvorhaben ordentlich geplant werden - "aber muss das Jahre dauern?" "Man schaut in die Welt hinaus, ob es in anderen Ländern ähnlich lang dauern würde und kommt auf die Idee, man könne die Chinesen mit der Wiederherstellung beauftragen. Dabei wären sie wahrscheinlich schneller fertig - egal ob sie gleich hier oben anfangen oder sich von China durchbuddeln", sagte der IHK-Präsident.

Autobahn 20: Wenn eine Straße im Boden versinkt

Pegel-Vorschlag: Bettenwechsel entzerren

Pegel schlug vor, den üblicherweise am Sonnabend stattfindenden Bettenwechsel zu entzerren, um die Auswirkungen auf die Tourismusbranche zu reduzieren. Zugleich riet er dazu, nach außen hin unnötige Aufregung zu vermeiden, um keine Urlauber aus dem Süden abzuschrecken. Diese könnten beispielsweise die A 11 benutzen, wenn sie auf die Inseln wollten. Besucher etwa aus Nordrhein-Westfalen hätten rund um Hamburg viel mehr mit Staus zu kämpfen als an der A 20. Dies belege die ADAC-Verkehrsstatistik.

Autobahn 20 bei Tribsees seit Oktober gesperrt

Ende September war auf der A 20 auf der Fahrspur in Richtung Rostock ein riesiges Loch von etwa 10 Metern Breite, 40 Metern Länge und durchschnittlich 2,50 Meter Tiefe entstanden. Die A 20 ist seit Oktober des vergangenen Jahres zwischen der Anschlussstelle Tribsees und Bad Sülze in beide Richtungen komplett gesperrt. Bis zur Wiederherstellung des Autobahn-Abschnitts soll der Verkehr über eine Umleitungsstrecke rollen, die im Idealfall Ende des Jahres fertig ist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 22.01.2018 | 21:00 Uhr

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