Stand: 18.08.2020 05:52 Uhr

5G in MV: Mobilfunkstandard der Zukunft?

von Robert Witt
Nahaufnahme von zwei weiblichen Händen, die ein Smartphone umschließen und darauf tippen. © picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa Foto: Sebastian Gollnow
Für die Nutzung von 5G benötigt man ein entsprechendes Smartphone. Derzeit gibt es nur wenige Hersteller, die den neuen Standard unterstützen.

5G, der neue Mobilfunkstandard, soll noch schnelleres mobiles Internet gewährleisten. In Mecklenburg-Vorpommern läuft der Ausbau. Technisch baut 5G auf dem bisherigen Standard 4G, auch bekannt als LTE, auf. Diese Technologie zeichnet sich durch stark erhöhte Datenraten und großer Netzkapazität aus. Das Signal kommt aus Glasfaserkabeln, die im Boden liegen. Im Vergleich zu 4G ist 5G etwa 100 Mal schneller. Bis zu zehn Gigabit pro Sekunde sind möglich. Damit können Filme in HD in wenigen Sekunden heruntergeladen werden. Ein weiterer Vorteil: Durch die große Netzkapazität können mehr Nutzer gleichzeitig im Internet sein. Praktisch bei Großveranstaltungen wie Konzerten oder Fußballspielen.

VIDEO: Chancen durch die 5G-Technologie (6 Min)

Die meisten Smartphones noch nicht 5G-geeignet

Um in den Genuss von 5G zu kommen, wird ein entsprechendes Smartphone benötigt. Derzeit gibt es nur wenige Hersteller, die den neuen Standard unterstützen. Apple Nutzer müssen sich gänzlich gedulden - selbst das aktuelle Modell 11Pro unterstützt den Mobilfunkstandard noch nicht. Zusätzlich zum Smartphone ist ein entsprechender Handy-Tarif nötig, der den neuen Standard unterstützt.

5G ist Grundvoraussetzung für Zukunftstechnik

Autonomes Fahren
Beim Mobilfunkstandard 5G werden Daten in Echtzeit übertragen und verarbeitet. Das ist z.B. Grundlage für autonomes Fahren.

Ein weiterer Vorteil von 5G sind die kurzen Verzögerungszeiten. Quasi in Echtzeit werden Daten übertragen und verarbeitet. Das ist Grundlage für autonomes Fahren, medizinische Eingriffe aus der Ferne oder Ultraschalluntersuchungen via Smartphone. Im Fußballstadion können zum Beispiel live Daten von den Spielern auf dem Smartphone empfangen werden - das kennt man so eigentlich nur von Übertragungen im Fernsehen.

"Kein erhöhtes Krebsrisiko durch 5G-Strahlung"

Durch die Nutzung von 5G entstehen elektromagnetische Felder, ähnlich wie bei den Vorgängergenerationen. Mobilfunkstrahlung kann zu einer gewissen Erwärmung der Körperoberfläche führen. Innerhalb der vorgeschriebenen Strahlengrenzwerte seien aber gesundheitsrelevante Auswirkungen, wie ein erhöhtes Krebsrisiko, nicht nachweisbar, heißt es vom Bundesamt für Strahlenschutz. Jedoch: Einige Frequenzbereiche, die bei 5G neu hinzugekommen sind, seien noch nicht erforscht worden.

MV bei Ausbau im Bundesvergleich vorn dabei

Seit 2019 treiben in Mecklenburg-Vorpommern die Netzbetreiber Vodafone und Telekom den Ausbau voran. Auf der Insel Usedom im Hotel "Wasserschloss Mellenthin" funkt seit genau einem Jahr die erste 5G-Station des Landes. Vodafone hat seitdem sieben weitere Standorte mit insgesamt 24 5G-Antennen versorgt. Die Telekom fokussiert sich zunächst auf die Ballungsgebiete und Hauptverkehrswege entlang der Autobahnen. Im Bundesvergleich sei MV im vorderen Drittel, was den 5G-Ausbau betrifft, so Vodafone-Technik-Chef Gerhard Mack.

Arbeiter an Mobilfunkmast © dpa-Bildfunk Foto: Daniel Reinhardt
Laut Gutachten wird von einem Bedarf von 232 neuen Mobilfunkmasten für einen flächendeckenden 4G-Ausbau ausgegangen.
Mobilfunkausbau auf der politischen Agenda

Parallel wird aber auch der 4G-Ausbau weiter vorangetrieben. An vielen Orten in Mecklenburg-Vorpommern ist nicht mal dieser verfügbar. Im vom Land beauftragten Gutachten aus dem Jahr 2019 wird von einem Bedarf von 232 neuen Mobilfunkmasten für einen flächendeckenden 4G-Ausbau ausgegangen. Diese könnten unkompliziert aufgerüstet werden, so Vodafone-Technik-Chef Mack. Um das Ziel einer flächendeckenden Mobilfunkversorgung zu erreichen, will das Land mit Hilfe einer eigenen Mobilfunkmastengesellschaft den Ausbau in den unterversorgten Gebieten sichern. Die Unterlagen zum Bau von Mobilfunkmasten in den sogenannten "weißen Flecken" durch diese landeseigene Mastenbaugesellschaft werden derzeit durch die Europäische Kommission in Brüssel geprüft. Bis Ende 2024 sollen dem Mobilfunkförderprogramm des Bundes nach 99,95 Prozent der Haushalte und 97,5 Prozent der Fläche Deutschlands mit verlässlichem Mobilfunkempfang versorgt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.08.2020 | 06:00 Uhr

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