Stand: 29.02.2020 09:22 Uhr

4,8 Grad: Mildester Winter in MV seit Messbeginn

Ein Paar läuft bei Regen mit Schirmen am Strand entlang © dpa Foto: Bernd Wüstneck
Windig, mild und nass: So war es meistens in MV von Dezember bis Februar. (Archivbild)

Der Winter 2019/2020 ist in Mecklenburg-Vorpommern der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. "Dieser Winter war eine ordentliche Marke", sagte Meteorologe Uwe Ulbrich vom NDR Wetterstudio auf Hiddensee. "Es war ein sehr milder Winter." Mit einer Durchschnittstemperatur von 4,8 Grad Celsius sei der Winterrekord aus dem Jahr 2006/2007 um 0,2 Grad überboten worden. Das langjährige Mittel liege bei 0,4 Grad.

Niederschlagsdefizit vielerorts im Nordosten ausgeglichen

Die Meteorologen registrierten wegen der nahezu permanent einströmenden milden Meeresluft von Dezember bis Ende Februar nur selten Temperaturen, die sich winterlich nennen ließen. Weil die milde Meeresluft viel Feuchtigkeit mit sich brachte, sei das Niederschlagsdefizit infolge der anhaltenden Trockenheit in den vergangenen zwei Jahren vielerorts nahezu ausgeglichen worden.

In MV fielen im Schnitt 165 Liter Niederschlag pro Quadratmeter

Laut Ulbrich fielen in diesem Winter 165 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, das Mittel lag zuvor bei 102 Litern. Bis die Feuchtigkeit allerdings in die tiefen Schichten des Bodens vorgedrungen sei, werde es aber wegen diverser physikalischer und biologischer Effekte noch geraume Zeit dauern.

Müritz und Plauer See: Noch immer fehlt Wasser

Nach den zwei extremen Trockensommern zeichnet sich bei vielen Seen und Wasserstraßen im Land, die teils erheblich zu wenig Wasser führten, Entspannung bei den Pegelständen ab. Das gilt allerdings nicht für die großen Gewässer wie Müritz oder Plauer See. Dort fehlen laut der Messung des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie jeweils noch mehr als 20 Zentimeter bis zum sogenannten Mittelwasser.

Bis zu 16 Grad warm - mehr Sonnenstunden als üblich

Der Februar war von schweren Stürmen, ungewöhnlich viel Regen und immer wieder hohen Temperaturen geprägt. Laut Ulbrich habe es sogar einen ungewöhnlichen Temperatur-Ausreißer gegeben: Am 16. Februar wurden in Boizenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) 16,2 Grad gemessen. Auch bei den Sonnenstunden lag Mecklenburg-Vorpommern über dem langjährigen Mittelwert: "Wir hatten zwischen 140 und 150 Stunden. Der Mittelwert liegt ungefähr bei 130", so Ulbrich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.02.2020 | 17:00 Uhr

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