Ein Justizbeamter steht im Sitzungssaal im Landgericht. © dpa Foto: Marcus Brandt

37-Jähriger wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Stand: 02.08.2021 17:43 Uhr

Im Mai 2020 hat ein heute 37-jähriger Mann seinen 40-jährigen Freund im Schlaf getötet. Mit einem Messer, einer Schere und einer Machete soll er den wehrlosen Mann angegriffen haben.

In der Tatnacht Anfang Mai 2020 hat der Angeklagte mit zwei Freunden in seiner Wohnung Alkohol getrunken und Drogen konsumiert. Gegen Mitternacht verließ einer der Bekannten die Wohnung im Blockmacherring in Rostock und die beiden Freunde tranken weiter. Als das Opfer auf der Couch einschlief, soll der Angeklagte den Mann unter anderem mit einem Messer und einer Schere angegriffen haben.

Mord aus Heimtücke

Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, dass der 37-Jährige die Tat aus reiner Mordlust und Heimtücke begangen hatte. Antrieb dafür sollen zudem zahlreiche Gewaltvideos gewesen sein, die sich der Verurteilte immer wieder angesehen habe. Das Gericht schloss sich deshalb mit seiner Entscheidung den Forderungen nach einer lebenslangen Strafe an. Die Verteidigung plädierte hingegen auf Freispruch, weil es am Tatort keine Spuren gegeben habe, die einen vorherigen Kampf ausgeschlossen hätten. Somit habe der damals 36-Jährige durchaus auch in Notwehr gehandelt haben können. Der Angeklagte selbst äußerte sich nicht zu dem Tathergang.

Täter rastet bei Urteilsverkündung aus

Verurteilt wurde der 37-Jährige nun zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Zusätzlich dazu wurde vom Landgericht Rostock auch die Sicherungsverwahrung angeordnet. Eine vorzeitige Entlassung ist damit rechtlich zwar möglich, aber in der Praxis so gut wie ausgeschlossen. Außerdem muss er 10.000 Euro an die Hinterbliebenen zahlen.

Der Angeklagte hatte die Urteilsverkündung zunächst regungslos verfolgt, dann aber das Gericht, die Angehörigen des Opfers und anwesende Pressevertreter beschimpft. Justizbeamte mussten den Mann deshalb aus dem Saal führen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.08.2021 | 17:12 Uhr

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