Stand: 14.07.2018 10:04 Uhr

Zahl der Trickbetrügereien steigt stark an

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Die Opfer von Trickbetrügern sind fast immer Senioren. (Archivbild)

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern registriert immer mehr Trickbetrug-Straftaten. Im ersten Halbjahr 2018 waren es nach Angaben des Landeskriminalamtes 712 - und damit mehr als viermal so viele wie im Vergleichszeitraum 2015. Auch im Vergleich zu 2017, als knapp 400 Fälle in den ersten sechs Monaten registriert wurden, ist die Zahl deutlich angestiegen.

Opfer meist Senioren

Bei ihren Maschen geben sich die Betrüger am Telefon häufig als Verwandte, Polizisten oder Glücksfeen aus, verwickeln ihre vorwiegend älteren Opfer in längere Gespräche und bitten schließlich um Geld. Oft bleiben sie erfolglos, denn die Polizei rät seit Jahren zur Vorsicht. Dennoch fallen immer wieder Senioren auf die Betrüger herein. Dass vor allem ältere Menschen Opfer dieser Straftaten werden, liege daran, dass die Täter vermuten, sie könnten eher überrumpelt werden, hieß es vom LKA.

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"Enkeltrick" am verbreitetsten

Am häufigsten wenden die Betrüger den sogenannten Enkeltrick an, bei dem sie sich als angebliche Verwandte des Opfers ausgeben (30,7 Prozent). In 25,4 Prozent der Fälle treten sie als angebliche Polizisten auf. In jedem fünften Fall (20,2 Prozent) wurde den Angaben zufolge ein Geldgewinn in Aussicht gestellt, wenn man zuvor Gebühren bezahle.

Rund 60 erfolgreiche Betrugsversuche in 2018

Bisher knapp 60-mal waren die Trickbetrüger in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr erfolgreich, so zuletzt bei einem Rentner aus Stralsund, der um 20.000 Euro Erspartes gebracht wurde. Durch Trickstraftaten sei in diesem Jahr bereits ein Schaden von mehr als 300.000 Euro entstanden, so das LKA. Damit liegt die Höhe ungefähr auf Vorjahresniveau. Im gesamten Jahr 2017 entstand ein Schaden von knapp 615.000 Euro, wie das LKA weiter mitteilte. Die Jahre zuvor sei der Schaden jedoch deutlich niedriger gewesen. Dieser habe im gesamten Jahr 2016 bei knapp 375.000 Euro und 2015 bei gut 275.000 Euro gelegen.

Polizei: Höhere Anzeigebereitschaft

Die gestiegenen Zahlen der Trickstraftaten führt die Polizei zum Teil auf eine höhere Bereitschaft zurück, auch Versuchsfälle tatsächlich anzuzeigen. Allerdings weist die Kriminalitätsopfer-Organisation Weißer Ring darauf hin, dass bei den Opfern häufig ein Gefühl der Scham zurückbleibe. Dies führe auch dazu, dass Betrugsversuche verschwiegen würden, sagte der stellvertretende Weißer-Ring-Landesvorsitzende Martin Stemmler. Dies sei aber nicht der richtige Weg. Schamgefühle seien völlig normal. Außerdem solle über das Erlebte gesprochen und unbedingt Anzeige erstatten werden.

Zusammenhang mit Bankenöffnungszeiten

Einer bundesweiten Auswertung zufolge gibt es keine Jahreszeit, in der Betrüger vermehrt unterwegs sind. "Es sind aber durchaus Kernzeiten für die Tatbegehung im Tagesverlauf zu erkennen", erklärte ein LKA-Sprecher. So bestehe offenbar ein Zusammenhang zu Öffnungszeiten von Banken. Freitage und Sonnabende seien selten betroffen.

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So wehren Sie sich gegen Enkeltrick und Co.

Enkeltrick, Gewinnversprechen, Schockanrufe - immer wieder gelingt es Betrügern, arglosen Menschen ihr Geld abzunehmen. Die Polizei rät: skeptisch sein und nachfragen! mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.07.2018 | 09:00 Uhr

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