Zwischen Hamburg und Haiti

Die schwierigste Zugstrecke der Welt

Sonntag, 12. Juli 2020, 07:30 bis 08:00 Uhr, NDR Info

Eine Sendung von Thomas Becker

Der "Tren Ecuador" verbindet seit 1908 die Pazifikmetropole Guayaquil mit der Anden-Hauptstadt Quito, der höchstgelegenen Kapitale der Welt. Eine mörderische Zugstrecke auf 450 Kilometern Länge. Präsident Eloy Alfaro wollte eine moderne Verbindung zwischen der Hauptstadt und dem wichtigsten Hafen herstellen, so dass man nicht mehr auf Eseln und Maultieren bis zu 29 Tage für die Reise brauchte. Guayaquil ist als Handels- und Industriezentrum weit bedeutender als Quito und mit seinen drei Millionen Einwohnern auch ein Drittel größer als die Hauptstadt.

Über den Hafen wird seit jeher der Handel des ganzen Landes abgewickelt, von hier werden vor allem Bananen, Kakao und Shrimps in alle Welt verschifft. Die Strecke, die der "Tren Ecuador" überwinden muss, gilt als eine der schwierigsten der Welt. Unter anderem muss er die "Teufelsnase" passieren. Statt durch diesen imposanten Felsen einen Tunnel zu bauen, hatten die Brüder Archer und John Harman Anfang des 19. Jahrhunderts die ungewöhnliche Idee, den Berg im Zickzack-Kurs zu überwinden: mit zwei Spitzkehren. Diese Streckenführung gilt als Meisterleistung der Ingenieurskunst. Der Ruhm wurde damals - 1908 - teuer erkauft: Die fast 5.000 Arbeiter wurden von Malaria und Gelbfieber dahingerafft. Die meisten aber verunglückten.

 

Musik in der Sendung

Jannis Karis: Lethe
Jannis Karis: Sto Entaxi
Lars-Luis-Linek: Bouzouki Zeimbekiko
Lars-Luis-Linek:: Violin Sirtaki