Zwischen Hamburg und Haiti

Symbol des Wandels - Bilbao im Baskenland

Sonntag, 21. April 2019, 07:30 bis 08:00 Uhr, NDR Info

Eine Sendung von Tilo Wagner

Die spanische Hafenstadt Bilbao hat in den vergangenen 30 Jahren eine beeindruckende Transformation erfahren. Die größte Stadt im Baskenland war seit Jahrhunderten ein wichtiger Hafen mit Sonderrechten im spanischen Königreich gewesen. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde Bilbao zu einem der wichtigsten Industriezentren auf der iberischen Halbinsel - insbesondere die Stahlindustrie beschäftigte viele Einwohner. Die Stadt erlebte ein starkes Wachstum der Bevölkerung, auch aus ländlichen Gegenden Spaniens zogen die Menschen ins Baskenland. Doch nach dem Ende des Franco-Regimes wurden die Folgen der massiven Industrialisierung sichtbar: Bilbao hatte mit schwerer Umweltverschmutzung zu kämpfen, viele Bewohner verloren nach einer schweren Krise in der Stahlproduktion ihren Arbeitsplatz.

Guggenheim-Museum als Symbol der Verwandlung Bilbaos

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Jeff Koons' übergroßer Hund aus Blumen steht am Haupteingang des Guggenheim-Museums.

Die lokalen Behörden leiteten einen tiefgreifenden Wandel ein: Die Industriebetriebe wurden aus der Innenstadt verbannt und in die Nähe des erweiterten Atlantikhafens verlegt. In den 1990er-Jahren ließ der amerikanische Stararchitekt Frank Gehry das Guggenheim-Museum in Bilbao bauen. Der spektakuläre Bau wurde zum Symbol für die Verwandlung Bilbaos von einer Industriestadt im Niedergang zu einer Metropole für Kunst, Kultur und Dienstleistungen. Nicht nur im Guggenheim-Museum, sondern auch in anderen zeitgenössischen Bauten spiegelt sich diese Verwandlung wider. Ehemalige Industrieanlagen wurden umgewandelt; großzügige Parks entstanden. Durch den aufblühenden Tourismus haben sich auch immer mehr baskische Spitzenköche in der Stadt niedergelassen. Der Hafen und der atlantische Ozean haben dennoch ihre zentrale Funktion in der Stadt behalten.