Zwischen Hamburg und Haiti

Wo die Pizza erfunden wurde

Sonntag, 07. Juli 2019, 07:30 bis 08:00 Uhr, NDR Info

Eine Sendung von Kirstin Hausen

Johann Wolfgang von Goethe war schlichtweg begeistert, als er während seiner Italienreise 1787 in Neapel eintraf. "Neapel sehen und sterben" notierte er - wobei sich der Dichterfürst eines bereits existierenden geflügelten Wortes bemächtigte. Heute würden nicht alle Besucher dem Geheimrat aus Weimar ohne Einschränkungen beipflichten. Neapel ist nicht nur großes Kino - Wäscheleinen zwischen den pittoresk-verfallenen Gemäuern, enge Gassen, den "vicoli", und herrliche Märkte. Neapel ist auch wirtschaftliche Not, Mafia und Müll.

 

Das Viertel hat noch "Herz"

Dennoch lassen gerade die Bewohner des Altstadtviertels Sanita nichts auf ihre Heimatstadt kommen. Nie würden sie sie verlassen. Vielleicht weil das Viertel noch ein "Herz" hat, weil sich die Menschen kennen. Man trifft sich auf dem Markt, in den vielen Bars - und Pizzerien. In Neapel wurde der Teigfladen, der heute als typisch italienisch gilt, erfunden, und zwar am 11. Juni 1889 anlässlich des Besuchs von König Umberto I. - in den italienischen Farben rot-weiß-grün. Und so entstand die Pizza Margherita, der Klassiker schlechthin. "Neapel sehen und sterben" - die Neapolitaner haben eine besondere Beziehung zum Tod. Jahrhundertelang wurden die Toten in den Katakomben beerdigt. Und dieses unterirdische Totenreich darf heute wieder besichtigt werden.

Musik in der Sendung

La Machera: O Vicolo e làllegria
Antonio Siano und das Orchestra Stabile della Canzone Napoletana: Canzone nuvella
Aurelio Fierro: A pizza ca pummerola
Pino Daniele: Napule
Ensemble: Inner life 21
Pino Daniele: Pigro