Zwischen Hamburg und Haiti

Wandern in der Fremde

Sonntag, 16. Februar 2020, 07:30 bis 08:00 Uhr, NDR Info

Ein Mönchsgeier spannt seine Flügel aus. © NDR Foto: Daniel Sprenger

Wandern in der Fremde - unter diesem Motto steht das erste Magazin von "Zwischen Hamburg und Haiti" in diesem Jahr. Die Themen spielen auf Madeira, auf Mallorca und auf einer weithin unbekannten Insel der Kanaren.

Im Lorbeerwald - auf Madeira

Das portugiesische Madeira gilt als "Blumeninsel". Zu Recht, denn seit langer Zeit haben englische Touristen die Insel als Sommerfrische genutzt, und für sie wurden üppige Gärten angelegt, die im subtropischen Klima wunderbar gedeihen. Doch die meisten Blumen stammen gar nicht aus Madeira, sie sind über Jahrhunderte eingewandert. Wirklich ursprünglich aber ist der Lorbeerwald. Und den entdeckt man am besten zu Fuß, weiß Conny Frühauf.

Unter Mönchsgeiern - auf Mallorca

Er ist der größte Vogel Europas: der Mönchsgeier. Mit einer Spannweite von bis zu 2,90 Metern bietet er Wanderern über der Serra de Tramuntana auf Mallorca ein eindrucksvolles Bild. Das war nicht immer so: Vor 30 Jahren war die weltweit einzige Inselpopulation der Art nahezu ausgerottet. Giftköder und Jagd auf die für Viehzüchter vermeintlich bedrohlichen Vögel hatten den Bestand akut gefährdet. Ein letztes Brutpaar lebte in den Bergen. Da begann die Arbeit der Stiftung zum Mönchsgeierschutz, die zunächst die Einheimischen aufklärte: etwa darüber, dass die Aasfresser für Schafe und andere Nutztiere nicht gefährlich sind, da sie gar nicht jagen können.

Heute hat sich die Aufklärungsarbeit der Stiftung gewandelt: Vor allem Wanderer, die die faszinierende Bergwelt der Tramuntana und ihre Natur genießen wollen, werden zur Brutzeit von Februar bis Juli auf bestimmten Routen angesprochen und umgeleitet, damit sie die scheuen Tiere nicht stören. Denn einmal verscheucht, ist die Brut eines Jahres vernichtet. Auf Wandertouren entlang des Stausees Cuber oder auf dem nur an Sonntagen geöffneten Weg rund um den Puig Roig beobachten wir die Tiere mit gebotenem Abstand, kommen ihnen aber auch ganz nah: Im Zentrum der Stiftung zum Mönchsgeierschutz bei Campanet werden flugunfähige Tiere von Mitarbeitern wie Nora Müller aufgepäppelt und gefüttert - ein Spektakel für die Besucher.

In der Kanarischen Wüste - auf La Graciosa

Seit 2018 haben die Kanaren nicht offiziell mehr sieben, sondern acht Inseln. Die Bewohner des kleinen Eilands La Graciosa, das neben Lanzarote liegt, wollten mehr Aufmerksamkeit, mehr öffentliche Zuwendungen und mehr Mitspracherecht. Damit einher gehen Befürchtungen, die geschützte Insel könnte jetzt für den Tourismus intensiver erschlossen werden und so ihren Charme verlieren. Das wäre schade. Denn Charme hat das karge, stille Inselchen allemal, berichtet Brigitte Kramer.

Musik in der Sendung

Obo, Obo / Sol Luna: Aqua azul
Ulf Wakenius: Ballad for E.
k.A.: Adelita
Ricardo Volkert: Soledad, La Vega, El desamor

 

Weitere Informationen
Ein Naturschwimmbecken in Porto Moniz auf Madeira. © NDR/nonfictionplanet/Johannes Rudolph

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