Zeitzeichen

30. August 70

Sonntag, 30. August 2020, 19:05 bis 19:20 Uhr, NDR Info

Seiten eines Kalenders © Fotolia_80740401_Igor Negovelov

Die Zerstörung des jüdischen Tempels in Jerusalem durch die Römer
Ein Beitrag von Marfa Heimbach (WDR)

Gold, silbern und marmorn glänzte einst im Sonnenlicht der jüdische Tempel von den Hügeln Jerusalems. Dieser eine, einzige Tempel war das heilige Zentrum des jüdischen Glaubens an den einen Gott, inmitten einer Welt der antiken Völker, die an viele Götter glauben.

Im Jahr 66 n. Chr. erhoben sich die Juden Judäas im Kampf um Freiheit und Selbstverwaltung gegen die römische Oberherrschaft. Dieser sogenannte "Jüdische Krieg" führte im Jahr 70 zur Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch den Feldherrn und späteren Kaiser Titus. Keiner der Zeitgenossen ahnte damals, dass sich das Judentum von da an für immer verändern wird: Es ist das Ende des pharisäischen Judentums und der Beginn der rabbinischen Zeit, in der der Tempel als Zentrum des Glaubens durch die Tora ersetzt worden ist. Bis zum heutigen Tag bildet der einzige archäologische Rest des Tempels, die Klagemauer, den Ort der Erinnerung an die alte Zeit.