Zeitzeichen

28. April 1905

Dienstag, 28. April 2020, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

Der erste Intelligenztest wird vorgestellt
Ein Beitrag von Kay Bandermann (WDR)

Er bietet sich perfekt für Blödeleien an: Mit dem (vermeintlich) niedrigen IQ wurde schon so mancher Promi durch den Kakao gezogen. Doch was sagt der Intelligenz-Quotient eigentlich aus? Sind intelligente Leute die besseren Menschen? Ist Intelligenz ererbt oder erworben? Und überhaupt: Was ist eigentlich genau "Intelligenz"? Bis heute kann die Wissenschaft keine exakte Definition liefern und bleibt bei Umschreibungen wie "die Gesamtheit der höheren, kognitiven Fähigkeiten und Denkleistungen eines Menschen."

Schon die "Erfinder" des Intelligenztests warnten davor, zu viel und Falsches in die Ergebnisse zu interpretieren. Ihre Absicht war zweifelsohne eine gut gemeinte. Der Sorbonne-Psychologe Alfred Binet und sein Mitarbeiter Henri Simon sollten für das Pariser Erziehungsministerium eine "objektive" Testmethode erstellen, wie man vernachlässigte beziehungsweise lernfaule Schüler von tatsächlich geistig behinderten Pennälern unterscheidet. Am 28. April 1905 präsentierten sie den weltweit ersten, standardisierten Test für Kinder und Jugendliche. Er bestand aus 30 Aufgaben mit wachsendem Schwierigkeitsgrad: von Seh- und Greifübungen bis zu komplexen Bildbeschreibungen.