Zeitzeichen

16. Dezember 1919

Montag, 16. Dezember 2019, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

Der "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" wird gegründet
Ein Beitrag von Marko Rösseler (WDR)

In Belgien werden die Leichen von sechs Männern gefunden - oder das, was von ihnen nach mehr als 100 Jahren noch übrig ist. Bekleidungsreste und Ausrüstungsgegenstände lassen auf deutsche Soldaten des Ersten Weltkriegs schließen. Körpergröße, Skelettmerkmale, der Zustand der Gebisse werden akribisch dokumentiert. Im Umfeld des Fundortes wird nach persönlichen Gegenständen gesucht: Siegelringe oder Füllfederhalter mit Gravur könnten die Identität der Toten preisgeben.

Am besten wäre es, die Erkennungsmarken würden gefunden, dann wäre eine Identifizierung eindeutig. Ein aktueller Fall für den "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge". Bis heute werden regelmäßig Überreste gefallener deutscher Soldaten im Ausland entdeckt - sei es zufällig, zum Beispiel bei Bauarbeiten, sei es durch gezielte Suche auf den ehemaligen Schlachtfeldern. Bis heute werden sie geborgen und auf Soldatenfriedhöfe umgebettet. Allein 2018 wurden über 24.000 solcher Umbettungen vorgenommen, die meisten davon in Russland, Polen und Weißrussland - Tote des Zweiten Weltkriegs. Zuständig ist bis heute dieser gemeinnützige Verein, der kurz nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs als "Volksbund" gegründet wurde.