Zeitzeichen

21. September 1629

Samstag, 21. September 2019, 19:05 bis 19:20 Uhr, NDR Info

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Skrupelloser Kolonialbeamter

Sendung: ZeitZeichen | 21.09.2019 | 19:05 Uhr | von Kath, Andrea

Am 21. September 1629 stirbt Jan Pieterszoon Coen. Der Generalgouverneur der niederländischen Ostindien-Kompanie in Südostasien wurde gefeiert - und gefürchtet.

Der Todestag von Jan Pieterszoon Coen
Ein Beitrag von Andrea Kath (WDR)

Für die einen ist er ein Nationalheld, für die anderen ein besonders skrupelloser und gewalttätiger Kolonialbeamter des 17. Jahrhunderts. Jan Pieterszoon Coen ist heute eine der umstrittensten Gestalten der niederländischen Geschichte.

Der Stadtrat seiner Heimatstadt Hoorn hat nach langen Diskussionen eine Texttafel an seinem Standbild anbringen lassen: "Gerühmt als tatkräftige und visionäre Führungsfigur, aber ebenso wegen seines gewaltsamen Auftretens (...) kritisiert." Coen legt den Grundstein für das spätere Kolonialreich der Niederländer in Indonesien. Er macht von 1607 an bei der niederländischen Ostindien-Kompanie, kurz VOC, eine steile Karriere. Schon mit 31 ist Coen Generalgouverneur von Südostasien. An der Nordküste von Java lässt er 1619 das alte Jakarta niederbrennen und errichtet auf den Trümmern Batavia, einen Handelsstützpunkt mit Grachten und Kontorhäusern nach dem Vorbild Amsterdams. Von hier aus will Coen den Gewürzhandel kontrollieren und der VOC das Monopol mit den begehrten Muskatnüssen und Nelken sichern. Für dieses Ziel schreckt er auch nicht vor Gewalt zurück, lässt Widersacher aus dem Weg räumen oder Inselbewohner, die sich auf das Handelsmonopol der Niederländer nicht einlassen wollen - wenn es sein muss - ermorden. Während der Belagerung Batavias durch den Sultan von Mataram im September 1629 stirbt Jan Pieterszoon Coen mit nur 42 Jahren, vermutlich an Typhus.