Zeitzeichen

9. Dezember 1970

Mittwoch, 09. Dezember 2020, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

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Die Gründung der Deutschen Rheuma-Liga
Ein Beitrag von Kerstin Hilt (WDR)

Die Finger morgens so steif, dass man kaum den Wasserhahn aufdrehen kann. Rückenschmerzen, die gar nicht mehr aufhören wollen. Der sprichwörtliche Tennisarm - geschwollene Gelenke - Schwierigkeiten beim Aufstehen und Loslaufen, nachdem man lange gesessen hat. Rheuma hat viele Gesichter und viele Namen: Arthrose, Arthritis, Fibromyalgie, Osteoporose, Gicht. Ein vielfältiges Krankheitsbild, das für die Patienten meist eins bedeutet: Schmerzen.

Oft sind sie chronisch, oft so, dass ein normaler Alltag kaum möglich ist. 17 Millionen Deutsche sind Schätzungen zufolge betroffen - und nicht nur der Opa mit der Heizdecke, wie es das Klischee will, sondern Menschen jeden Alters, selbst Kinder und Jugendliche. Eine Volkskrankheit. Seit 50 Jahren hilft die Deutsche Rheuma-Liga. Gegründet wurde sie von einem Arzt, der nicht mehr hinnehmen wollte, dass die große Mehrheit seiner Kollegen das Krankheitsbild oft gar nicht genau kannte und es deshalb auch kaum Therapiemöglichkeiten gab, seien es Medikamente oder Krankengymnastik. Heute engagieren sich in der Rheuma-Liga mehr als 10.000 Ehrenamtliche: geben Bewegungstrainings, klären auf. Und machen auch der Politik Druck. Dass etwa bei der Gesundheitsreform von 1997 Reha-Maßnahmen nicht aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen wurden, haben die Versicherten auch dem Engagement der Rheuma-Liga zu verdanken.