Zeitzeichen

27. Juli 1694

Samstag, 27. Juli 2019, 19:05 bis 19:20 Uhr, NDR Info

Die Gründung der Bank von England
Ein Beitrag von Kay Bandermann (WDR)

Sie gilt als die älteste Notenbank der Welt, dabei gehört sie Volk und Staat erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Bank, die der Schotte William Paterson heute vor 325 Jahre gründet, ist zunächst eine private Aktiengesellschaft - allerdings eine mit großer Staatsnähe. Paterson bringt 1,2 Millionen Pfund Startkapital zusammen und überlässt sie König Wilhelm III. als Kredit für dessen Kriegspläne gegen Frankreich und bekommt im Gegenzug eine exklusive Konzession. Das begründet den legendären Ruf der "Alten Dame von der Threadneedle Street", wo die Bank seit 1734 residiert. Glanz und Erfolg des britischen Empires spiegeln sich in diesem Geldhaus wider. 1946 wird es von der Labour-Regierung verstaatlicht. In der Folgezeit laufen der US-Dollar und die Wall Street der "City of London" - dem Finanzviertel der englischen Hauptstadt - den Rang ab.

Bis heute gibt die "Bank of England" die Pfund-Noten heraus, verwaltet das Staats-Gold und legt die Leitzinsen fest. Dem Zugriff der EZB und des Euros hat sie sich bislang widersetzen können und steht mit dem bevorstehenden Brexit vor bisher unbekannten Herausforderungen.