Zeitzeichen

26. Februar 1770

Mittwoch, 26. Februar 2020, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

Der Geburtstag des böhmischen Komponisten Anton Reicha
Ein Beitrag von Walter Liedtke (WDR)

Anton Reicha wurde 1770 in Prag geboren. Bereits 1785 zog er mit seinem Onkel nach Bonn. In der kurfürstlichen Bonner Hofkapelle spielte der junge Flötist im selben Orchester wie der gleichaltrige Ludwig van Beethoven und er freundete sich mit ihm an. Reicha zog nach einem Zwischenaufenthalt in Hamburg im Jahr 1802 nach Wien, in die damalige Musikhauptstadt Europas. Hier begegnete er Beethoven wieder, der bereits seit 1792 dort lebte.

Reicha verkehrte im Kreis des Wiener Hochadels und galt als herausragender Virtuose. Er nahm Kompositionsunterricht bei Johann Georg Albrechtsberger und Antonio Salieri. Seine Freundschaft zu Beethoven setzte sich per Brief auch weiter fort, als Reicha sich im Herbst 1808 in Paris niederließ. Dort startete Reicha seine zweite Karriere als Professor am renommierten Pariser Musikkonservatorium. Er unterrichtete Franz Liszt, Hector Berlioz, Charles Gounod, Adolphe Adam und César Franck. Sein bleibendes Renommee in der Musikgeschichte entstand jedoch dadurch, dass Reicha als Pendant zur Gattung "Streichquartett" die Gattung des Bläserquintetts erfand. Insgesamt 24 Werke veröffentlichte er für die Besetzung Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott. Sie sind heute Standardwerke der Kammermusik. Darin begegnen sich die fünf Blasinstrumente gleichberechtigt mit ihrem ganz eigenen Charakter.