Zeitzeichen

6. September 1969

Freitag, 06. September 2019, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

Der Todestag der Blut- und Boden-Dichterin Josefa Berens-Totenohl
Ein Beitrag von Christoph Vormweg (WDR)

Ihr Einflüsterer war der Nationalsozialist Richard Euringer. Der spätere Reichskultursenator ermutigte Josefa Berens-Totenohl zu ihrem ersten Roman "Der Femhof", der ein Bestseller wurde. Mit ihm stieg sie in die NS-Propagandamaschinerie auf.

Josefa Berens-Totenohl, geboren im sauerländischen Grevenstein und Tochter eines Schmieds, hatte unbändigen Ehrgeiz, aber auch den Willen zur Unabhängigkeit. Nach zehn Jahren als Lehrerin wagte sie als Malerin den Sprung in die Selbstständigkeit. Hier zeigte sich bereits ihre Nähe zur germanischen Mythologie. Sie heiratete nie. Mit ihrem Eintritt in die NSDAP 1931 und den ersten, im Mittelalter spielenden Erfolgsromanen begann Josefa Berens-Totenohls Aufstieg zur deutschen Blut- und Boden-Dichterin. Ihre Texte strotzten vor fremdenfeindlichen, antisemitischen Botschaften. Die "Guten" waren immer die Arier. Auch nach Kriegsende schrieb sie weiter, zuletzt ihre Autobiografie. Blieb Josefa Berens-Totenohl bei ihren rassistischen Visionen?