Der Talk

Christian Ring will Emil Nolde in seiner Komplexität betrachten

Sonntag, 28. Juli 2019, 16:05 bis 17:00 Uhr, NDR Info

Direktor der Nolde-Stiftung, Christian Ring, sitzt vor Bildern von Emil Nolde. © dpa-Bildfunk Foto: Frank Molter
Christian Ring will Emil Nolde in seiner Komplexität betrachten.

„Emil Nolde – eine deutsche Legende“ so lautet der Titel einer Ausstellung in Berlin, die viele Betrachter erschüttert hat. Denn sie zeigt, wie eng der Künstler mit dem Nationalsozialismus verbunden war. Emil Nolde wollte der Staatskünstler der Nazis sein. Doch Hitler mochte Noldes Bilder nicht. Im Umfeld des Diktators fanden sich Unterstützer und Kritiker Noldes. Die Gegner setzten sich durch. Der expressionistische Maler wurde in 40er Jahren mit einem Berufsverbot belegt. Und so gelang es ihm, in der Nachkriegszeit als Opfer der Nazis wahr genommen zu werden. Dass die historischen Fakten aufgearbeitet wurden und die Dokumente aus jener Zeit jetzt zugänglich sind, ist vor allem Dr. Christian Ring zu verdanken. Der Direktor der Ada-und Emil-Nolde-Stiftung im schleswig-holsteinischen Seebüll war auch einer der Kuratoren der Berliner Ausstellung. Petra Lehnert hat mit ihm über die schwierige Aufklärungsarbeit, über Noldes Rolle in der Kunstgeschichte und die Bewertung von Kunst und Moral gesprochen.