Stand: 01.11.2019 16:11 Uhr

Album der Woche: "Kiwanuka" von Michael Kiwanuka.

Kiwanuka
von Michael Kiwanuka
Vorgestellt von Ruben Jonas Schnell, NDR Info Nachtclub & Nightlounge
Cover der CD "Kiwanuka" von Michael Kiwanuka. © Polydor
Cover der CD "Kiwanuka" von Michael Kiwanuka.

In den 1970er Jahren flohen seine Eltern aus Uganda vor dem Regime Idi Amins nach England, wo Michael Kiwanuka vor 32 Jahren in London zur Welt kam. Als junger Mann arbeitete er als Studiomusiker und spielte in Rockbands, bis er die Soul-Musik für sich entdeckte.
Für seine ersten beiden Alben wurde Michael Kiwanuka vielfach ausgezeichnet und arbeitet nun für das neue dritte Album zum zweiten Mal mit den Produzenten Danger Mouse und Inflo zusammen. Inflo war übrigens auch an Little Simz' aktuellem Album "Grey Area" beteiligt, im März unser Album der Woche.

Afrikanische Wurzeln

Wie die Vorgänger bezieht sich auch das selbstbetitelte "Kiwanuka" musikalisch auf den Soul der 1960er und 1970er Jahre. Streicher und gelegentlich ein großer Chor begleiten Kiwanukas Stimme. Dazu kommen analoge Synthesizer, Hammond Orgel und Gitarren.
Lange hatte Michael Kiwanuka mit Selbstzweifeln zu kämpfen und seine Karriere als Musiker in Frage gestellt. Im Eröffnungsstück des neuen Albums scheint er nun mit diesen Schwierigkeiten abzuschließen und singt in "You Ain’t the Problem": "No need to blame myself" – kein Grund sich Vorwürfe zu machen. Ähnlich wie auf dem Vorgänger "Love & Hate" (mit "Black Man in a White World") beschäftigt sich Kiwanuka auch auf dem neuen Album mit seiner Identität als britischer Künstler mit afrikanischen Wurzeln. "I won't change my name / No matter what they call me," singt er in "Hero": "Ich werde meinen Namen nicht ändern / egal, wie sie mich nennen". Mitarbeiter einer Plattenfirma hatten ihm einst nahegelegt, anstelle des eigenen Namens, der für das Publikum zu fremd klingen könnte, ein Pseudonym zu verwenden. Kiwanuka weigerte sich, seine afrikanischen Wurzeln zu verschleiern und rückt den eigenen Namen mit dem Titel des neuen Albums nun ganz bewusst in den Fokus.

On Tour

Auf dem Cover des Albums inszeniert sich Kiwanuka als Mischung aus afrikanischem Herrscher und europäischem König mit Hermelin-Umhang und bringt den afrikanischen Background im Eröffnungsstück "You Ain't the Problem" durch Anflüge von Afrobeat auch musikalisch zu Gehör – als Ergänzung zum alten Soul, der in Kiwanukas Version gleichzeitig klassisch und zeitgemäß klingt.
Michael Kiwanuka kommt Ende November für drei Termine nach Deutschland: Am 27.11. in die Essigfabrik in Köln, am 03.12. in Huxley's Neue Welt nach Berlin und am 04.12. in die Batschkapp in Frankfurt.

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Kiwanuka

Label:
Polydor
Veröffentlichungsdatum:
01.11.2019

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Nachtclub | 04.11.2019 | 23:05 Uhr